SPIEGEL ONLINE

Merkel beim Uno-Klimagipfel "Wir haben den Weckruf der Jugend gehört"

"Es gibt diejenigen, die uns Druck machen. Aber es gibt auch die Zweifler": Kanzlerin Angela Merkel verteidigt beim Uno-Klimagipfel die Beschlüsse der Koalition. Die Erderwärmung könne nur gemeinsam bekämpft werden.

Kanzlerin Angela Merkel hat die Industrienationen mit großer Dringlichkeit aufgefordert, gegen die globale Herausforderung der Erderwärmung aktiv zu werden. "Wir alle haben den Weckruf der Jugend gehört", sagte Merkel bei der Eröffnung des Uno-Klimagipfels in New York. Zuvor hatte die Klima-Aktivistin Greta Thunberg die Staats- und Regierungschefs der Welt emotional zu mehr Engagement beim Klimaschutz aufgefordert.

In ihrer Rede bekannte sich Merkel zur Verantwortung Deutschlands und der Industrienationen für den Klimawandel. "Es gibt keinen Zweifel, dass der Klimawandel, die Erderwärmung im Wesentlichen von Menschen gemacht ist", sagte sie, ohne US-Präsident Donald Trump zu erwähnen, der ihrer Rede im Publikum folgte. Trump hält den Klimawandel nicht für menschengemacht. Merkel betonte, die Erderwärmung sei "eine globale Herausforderung, die nur gemeinsam bewältigt werden kann, denn wir haben alle nur eine Erde".

Die Industriestaaten seien Verursacher der Erderwärmung, die Entwicklungsländer die Hauptleidtragenden, sagte Merkel. "Deshalb haben wir als Vertreter der Industrieländer die Pflicht, Innovation, Technologie und Geld einzusetzen, um den Weg zu ebnen, um die Erderwärmung zu stoppen."

Deutschland stehe vor einem tief greifenden Wandel, bei dem man durch Anreize die Menschen mitnehmen müsse, sagte die Kanzlerin. "Es gibt diejenigen, die aktiv sind und demonstrieren und uns Druck machen. Aber es gibt auch die Zweifler." Aufgabe jeder Regierung sei es, "alle Menschen mitzunehmen". Dieser Aufgabe stelle sich Deutschland. "Wir werden unseren Beitrag zu einer nachhaltigen Wirtschaft und zu einem nachhaltigen Leben weltweit leisten", versprach Merkel.

cte/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.