Deutsch-amerikanische Beziehungen Merkel-Vertrauter trifft Trumps General

Im Wahlkampf stellte Donald Trump Grundfesten des transatlantischen Verhältnisses infrage. Was davon meinte er ernst? Kanzlerin Merkel schickt nun nach SPIEGEL-Informationen ihren wichtigsten Berater in die USA.

Michael Flynn
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Michael Flynn

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Nach SPIEGEL-Informationen wird Christoph Heusgen, Leiter der Abteilung Außen- und Sicherheitspolitik im Kanzleramt, Anfang der Woche zu Gesprächen nach New York fliegen. Er will dort unter anderem Trumps designierten Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn treffen. Im Zentrum der Gespräche dürfte das Verhältnis der neuen US-Administration zur Nato, zu Russland und zum Nahen Osten stehen. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

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Flynn, General im Ruhestand und ehemaliger Chef des Militärgeheimdienstes Defense Intelligence Agency, hat sich in der Vergangenheit ebenso als Russlandfreund hervorgetan wie der designierte Außenminister Rex Tillerson.

Angela Merkels Sicherheitsberater Heusgen hingegen gilt als sehr Putin-kritisch. Im Kanzleramt ist man in Sorge, dass sich der künftige amerikanische Präsident mit seinem außenpolitischen Team über bereits beschlossene Sanktionen gegen Russland hinwegsetzen und eine gemeinsame Haltung des Westens gegenüber Moskau unmöglich machen könnte.

Auf der Sorgenliste der deutschen Regierung steht auch die Frage, ob Trump die amerikanischen Sicherheitsgarantien für die Nato-Verbündeten einschränken will. Zudem befürchtet man in Berlin, dass Trump mit dem kritischen Kurs seines Vorgängers Barack Obama gegenüber der israelischen Regierung brechen und der Zwei-Staaten-Lösung eine Absage erteilen könnte.

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insgesamt 133 Beiträge
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ichsagsja 17.12.2016
1. Heusgen die NATO und Merkel/Steinmeier
Ich zitiere mal eine Passage aus geleakten Dokumenten zum Beitritt Montenegros zur NATO: ..., "dass erhebliche Differenzen innerhalb der NATO darüber existieren, ob der weitere Ausbau der Allianz eine gute Idee ist." Und: "Meiner Meinung nach signalisierte Kupchan (Obamas Berater) damit, dass Heusgen einer der wichtigsten US-Vertrauenspersonen sei, der in der Spitze der deutschen Regierung platziert worden sei, und der daher ein vertrauenswürdiger Helfer für die Erhaltung und Förderung der geopolitischen Agenda der USA in Europa sei, insbesondere für seine aggressive, militaristische Haltung gegenüber Russland." antirussischen Ton an."
magier 17.12.2016
2. Ganz schlimm
Es droht eine Normalisierung des Verhältnisses zwischen den USA und Russland. Unsere Scharfmacherin Merkel steht mittlerweile ziemlich allein mit ihrem Russlandhass. Schon beim EU-Gipfel war es schwer, alle noch einmal von der Sinnhaftigkeit der auch uns schadenden Sanktionen zu überzeugen. Was machen wir nur, wenn der mühsam aufgeblasene Luftballon von dem bösen Putin von Trump zum Platzen gebracht wird? Werden dann die Bürger immer noch bereit sein, die von Merkel angekündigte Verdopplung der Rüstungskosten ohne Murren mitzutragen, wenn sich das Feindbild Putin relativiert? Obama hat ja auch schon in seiner letzten Pressekonferenz alle Register gezogen, um Trump klar zu machen, wie gefährlich Putin, der Mann mit Blut an den Händen, ist. Hat der Drohnenmörder vorher nicht seine eigenen Hände angesehen?
ichsagsja 17.12.2016
3. Heusgen und die NATO
Schon im September 2016 war herausgekommen, dass Steinmeier, wie auch der einflussreiche sicherheitspolitische Berater der Bundeskanzlerin, Christoph Heusgen, zum Nachteil einer europäischen Friedenspolitik die Interessen der NATO und der USA vertreten. Nach Unterlagen der montenegrinischen Regierung haben sich Steinmeier und Heusgen entgegen den Protesten Russlands intensiv für den Beitritt Montenegros zur NATO engagiert, obwohl die Mehrheit der montenegrinischen Bevölkerung wie auch der französische Premier und einige weitere NATO-Mitglieder aus guten Gründen (eine weitere Provokation Russlands) dagegen waren.
SanchosPanza 17.12.2016
4. Konflikt um jeden Preis?
Warum will Merkel um jeden Preis den Konflikt mit Russland fortsetzen? Warum schickt sie einen "äußerst Putin-kritischen Berater" nach Washington? Die USA unter Donald Trump werden statt auf Konfrontation auf Ausgleich und Verhandlungen mit Russland setzen. Das wäre auch gut für deutsche Interessen.
Thomas Schröter 17.12.2016
5. Ob sie merkt, wenn sie über den Tisch gezogen wurde?
Die US-Militärs werden Frau Merkel natürlich die vollste Wahrheit sagen wie schon im Falle des Irak wo sie als einzige Deutsche G.W.Bush's gefakten Kriegsgründen so vertraute um per mehrseitigen US-Artikeln zum Krieg zu ermutigen. Dafür und für Merkels Unterstützung beim Regimechange in Libyen, Syrien, Ukraine darf Deutschland jetzt Flüchtlinge aus aller Herren Länder aufnehmen. Der dadurch befeuerte Brexit droht zwar die EU zu sprengen macht aber immerhin FFM zur Boom-Town. Ein Glück das AM alternativlos ist.
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