EU-Gipfel in Brüssel Merkel nutzte Tagungspause für Snack an Frittenbude

Stunde um Stunde zogen sich die Verhandlungen in Brüssel um Fragen wie den Brexit und die Flüchtlingskrise. Irgendwann hatte Bundeskanzlerin Merkel genug - und zog erst mal um den Block.
Angela Merkel am Pommes-Stand: Die Kanzlerin bestellte klassisch

Angela Merkel am Pommes-Stand: Die Kanzlerin bestellte klassisch

Foto: STAFF/ REUTERS

Die Brüsseler sind auf vieles stolz, das Atomium, ihren grandiosen gotischen Rathausplatz, das hochprozentige Bier und, natürlich, die belgischen Pommes. Eine Frage, über die sich die Einwohner der EU-Hauptstadt mit Leidenschaft streiten, dreht sich denn auch um die Kartoffelstreifen: Welche Frittenbude in der Stadt ist die beste?

Kanzlerin Angela Merkel entschied sich beim EU-Gipfel am Freitagabend ganz pragmatisch - sie ging zur nächstgelegenen Fritterie, Maison Antoine, an der Place Jourdan, gleich neben dem Europaviertel.

Der Gipfel zum Thema Brexit schleppte sich seit Stunden dahin, es gab viele Einzelgespräche, Ratspräsident Tusk verhandelte mit Frankreichs Staatspräsident Hollande und David Cameron, der Premier Großbritanniens nutzte sowieso jede Gelegenheit, um klarzumachen, dass er hier um alles kämpfte. Was allerdings viel zu kurz kam, war die Nahrungsaufnahme.

Aus dem geplanten British Breakfast der EU-Regierungschefs sollte ein Mittagessen werden, dann verging die britische Tea Time ohne ein Treffen im Kreis der EU 28, auch das Abendessen ließ auf sich warten.

"Andalouse" 3 Euro plus 70 Cent für die Sauce

Angela Merkel, die bislang bei noch fast jedem Gipfel im Mittelpunkt stand (Euro! Griechenland! Flüchtlinge!) und sich bestenfalls mal ein kleines Brötchen genehmigen konnte, fand sich bei diesem britischen Weltmachtsgetue mit einem Mal in einem Zustand wieder, den sie in Brüssel nicht kennt: Die Kanzlerin hatte Freizeit - und nutzte sie.

Also ging sie mit ihrem Europaberater Uwe Corsepius und Regierungssprecher Steffen Seibert ein bisschen um den Block. Ihr Ziel: die Frittenbude an der Place Jourdan. Die Kanzlerin bestellte klassisch, wie die Nachrichtenagentur Reuters recherchierte: Als Sauce auf ihre Fritten nahm die Kanzlerin "Andalouse" - Mayonnaise mit Tomatenpaste und Pfeffer. Teuer war es nicht, 3 Euro plus 70 Cent für die Sauce.

Es ist nicht das erste Mal, dass Merkel mit gastronomischen Ausflügen für kleine Schlagzeilen sorgt. Beim G20-Gipfel in Brisbane im Herbst 2014 berichteten australische Medien ausführlich über einen Pub Crawl, den die Kanzlerin nach ihrer Ankunft in ihrem Hotel auf der Vergnügungsmeile unternommen habe. Garniert waren die Berichte mit Selfies von deutschen Touristen mit Merkel. Damals waren Selfies noch harmlos.