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Erstes Zusammentreffen: Trump empfängt Merkel

Foto: BRENDAN SMIALOWSKI/ AFP

Erstes Aufeinandertreffen "Wir wollen Fairness, keine Siege"

"Es ist immer besser, miteinander als übereinander zu reden." Angela Merkel hat das erste Treffen mit Donald Trump auf der Pressekonferenz als positiv bewertet. Nur mit dem Händeschütteln klappt´s noch nicht.

Donald Trump hat Kanzlerin Angela Merkel nach dem ersten persönlichen Treffen seiner Solidarität für die Nato versichert, pocht aber auf eine faire Lastenteilung. Viele Länder schuldeten dem Verteidigungsbündnis erhebliche Beträge, sagte Trump bei der Pressekonferenz im Weißen Haus. Das müsse sich rasch ändern.

Das erste gemeinsame Treffen lief anfänglich nicht ganz ohne Nebengeräusche ab: Ein sonst oft übliches, nochmaliges Händeschütteln bei Merkels Ankunft am Weißen Haus gab es nicht - trotz lautstarker Aufforderungen der Fotografen. Auch die Kanzlerin fragte den Präsidenten leise danach. Trump reagierte nicht. "Sendet ein schönes Bild heim nach Deutschland!", sagte Trump.

Im Video: Kein Händeschütteln für die Fotografen

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Auf der Pressekonferenz nach dem vertraulichen Gespräch gaben sich dann beide Regierungschefs professionell, betonten die Wichtigkeit der transatlantischen Beziehungen. So dankte der US-Präsident Kanzlerin Merkel für Deutschlands Beitrag im Kampf gegen den Terrorismus, insbesondere gegen die Terrormiliz Islamischer Staat.

Mit Blick auf das Einwanderungsthema und den umstrittenen Einreisedekreten blieb Trump bei seiner harten Linie und seiner Kernbotschaft "America first". "Immigration ist ein Privileg, nicht ein Recht", sagte der Republikaner. Die Sicherheit der Vereinigten Staaten müsse immer Vorrang haben.

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Erstes Zusammentreffen: Trump empfängt Merkel

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"Guter und offener Austausch"

Merkel sprach nach dem Statement des US-Präsidenten und betonte, Deutschland habe mit Blick auf die Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg den USA viel zu verdanken. Das Treffen sei eine "große Freude" gewesen. "Es ist immer besser, miteinander als übereinander zu reden."

Das Treffen war mit großer Spannung erwartet worden. Trump hatte Merkel zwar zwischenzeitlich als "fantastisch" und "große Anführerin" gelobt, sie aber gleichzeitig scharf für ihre Flüchtlingspolitik kritisiert. Es sei irrsinnig, so viele Menschen ins Land zu lassen. Für beide Seiten ging es also vor allem auch darum, Vertrauen aufzubauen und nach Gemeinsamkeiten zu suchen.

Die Kanzlerin versprach in der Pressekonferenz, die deutschen Verteidigungsausgaben weiter zu erhöhen. Deutschland habe sich auf das Nato-Ziel verpflichtet, bis 2024 zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für das Militär auszugeben. "Wir werden auch weiter in diese Richtung arbeiten."

Die Nato hat sich das Zwei-Prozent-Ziel bei einem Gipfeltreffen 2014 gesetzt. Derzeit erreichen nur fünf von 28 Mitgliedern dieses Ziel. Deutschland liegt bei 1,2 Prozent, die USA bei 3,6 Prozent. Die Amerikaner haben die Bündnispartner aufgefordert, bis Ende des Jahres einen Plan zu entwickeln, wie das Zwei-Prozent-Ziel erreicht werden kann.

Trump sieht sich nicht als Isolationist

Bezogen auf die Wirtschaft betonte Trump, er sei nicht für Abschottung und Isolation, er sei für Handel, aber Handel "muss fair sein". "Wir wollen Fairness, keine Siege." Die Bedingungen gegenüber den USA seien über Jahre "sehr unfair" geworden "und das muss aufhören", sagte Trump. Die Handelsabkommen mit Mexiko und Kanada (Nafta) bezeichnete der US-Präsident als "Katastrophe für die USA, für die Firmen und ganz besonders für die Arbeitskräfte". Das Transpazifische Freihandelsabkommen TPP hat Trump bereits aufgekündigt.

Merkel erwiderte, manchmal sei es mühevoll, Kompromisse zu finden, "aber dazu sind wir gewählt."

Die Kanzlerin verwies in diesem Zusammenhang auf die positiven Erfahrungen in der EU. Jedes Handelsabkommen der EU habe mehr Arbeitsplätze geschaffen. Beide Seiten hätten jeweils davon profitiert. "In diesem Geiste würde ich mich freuen, wenn wir die Verhandlungen mit den USA wieder aufnehmen könnten." Trump sagte, er wolle keinen Sieg. "Alles, was ich will, ist Fairness." Deutschland habe vorherige Wirtschaftsverhandlungen besser geführt als die USA.

Auch das Verhältnis zu Russland kam zur Sprache, dieses wolle man "verbessern", so Merkel. Das Minsker-Friedensabkommen für die Ukraine müsse dabei eine Grundlage sein.

Im Video: "Die ganz große Freundschaft wird man wohl nicht erleben"

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mho/dpa/Reuters
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