Treffen mit Klitschko Merkel weist Forderung nach Sanktionen gegen die Ukraine zurück

Es soll ein Zeichen der Unterstützung für die Regierungsgegner in der Ukraine sein: Angela Merkel hat die Oppositionsführer Arsenij Jazenjuk und Vitali Klitschko empfangen. Sie setzen auf Unterstützung aus Deutschland, doch Sanktionen gegen Janukowitsch lehnt die Bundesregierung ab.
Treffen mit Klitschko: Merkel weist Forderung nach Sanktionen gegen die Ukraine zurück

Treffen mit Klitschko: Merkel weist Forderung nach Sanktionen gegen die Ukraine zurück

Foto: Pool/ Getty Images

Moskau - Bundeskanzlerin Angela Merkel will die Opposition der Ukraine weiter unterstützen. "Deutschland und die EU werden alles tun, um zu einem positiven Ausgang der Krise beizutragen", sagte die CDU-Chefin bei einem Treffen mit den ukrainischen Regierungsgegnern Vitali Klitschko und Arzenij Jazenjuk.

Merkel empfing die beiden Politiker am Montag im Kanzleramt. Inmitten des Machtkampfes in Kiew sollte der Empfang eine Geste der Unterstützung für die Gegner des ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowitsch sein. "Die Bundeskanzlerin unterstrich ihre Sympathie für die berechtigten Anliegen der ukrainischen Bevölkerung", teilte die Regierung anschließend mit.

Die Einigung auf eine Amnestie für Demonstranten sei ein positiver Schritt, gleichwohl mahnte Merkel Fortschritte bei der Regierungsbildung und der Verfassungsreform in der Ukraine an.

Keine Einigung beim Thema Sanktionen

Auch über mögliche Finanzhilfen der EU für das krisengeschüttelte Land wurde in Berlin beraten. "Unsere europäischen Partner sind zur Unterstützung bereit", sagte Jazenjuk nach dem Treffen mit Merkel. Im Gespräch sei eine finanzielle Unterstützung von 610 Millionen Euro. Klitschko betonte, diese sei aber an Reformen gebunden.

Hinsichtlich möglicher Sanktionen gegen die Führung in Kiew gingen die Meinungen auseinander. Während Klitschko hervorhob, alle Optionen lägen auf dem Tisch - "einschließlich Sanktionen" - wollte Merkel sich diese Haltung nicht zu eigen machen.

Jazenjuk forderte in Berlin, die Ukraine müsse von einem Präsidialsystem zurückkehren zu einem parlamentarisch-repräsentativen System. Wie zuvor schon Klitschko in Kiew drückte er bei den Gesprächen aufs Tempo. "Janukowitsch will uns in endlose Verhandlungen hineinziehen", warnte der Oppositionspolitiker.

Klitschko hatte bemängelt, die Opposition solle mit einer neuen Verfassung bis September vertröstet werden: "Wir befinden uns in einer kritischen Lage, und die Menschen verlangen, sofort gehört zu werden."

syd/Reuters/AFP/dpa