Treffen mit Xi Jinping Merkel will Marktzugang nach China sichern

Kurz vor dem G20-Gipfel hat Kanzlerin Merkel den chinesischen Präsidenten Xi getroffen. Der Chinese versprach einen "Neustart" der bilateralen Zusammenarbeit.

Angela Merkel im Gespräch mit Chinas Präsident Xi Jinping
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Angela Merkel im Gespräch mit Chinas Präsident Xi Jinping


Angesichts weltweiter Unsicherheit und Krisen hat Bundeskanzlerin Angela Merkel den chinesischen Präsidenten Xi Jinping als wichtigen wirtschaftlichen Verbündeten gelobt. Mit Blick auf den Welthandel machte die CDU-Politikerin deutlich, dass beide Länder gleichberechtigt behandelt werden sollten und es darum gehe, sich gegenseitig Marktzugang zu sichern. Die diplomatischen Beziehungen beider Länder seien vor 45 Jahren aufgenommen und seither immer enger geworden.

"Die deutsch-chinesischen Beziehungen stehen vor einem Neustart", sagte Xi. Er hoffe, mit seinem Besuch in Deutschland die ökonomische Zusammenarbeit und Handelswege zwischen beiden Ländern gefördert zu haben, sagte der Präsident einen Tag vor dem G20-Gipfel in Hamburg. Zuvor wollten Merkel und Xi noch die zwei neuen Riesenpandas im Berliner Zoo besuchen, die vor wenigen Tagen aus China eingetroffen waren. Mit den Tieren pflegt das Land seine diplomatischen Beziehungen.

Die Kanzlerin und der Präsident, die beide mit der Klimapolitik von US-Präsident Donald Trump hadern, kündigten in verschiedenen Bereichen engere Kooperationen an. Merkel nannte unter anderem gemeinsame Wirtschaftsprojekte in Afrika, darunter ein Wasserkraftwerk in Angola. Xi hob die Bereiche Wirtschaft, Handel, Finanzwesen und Investitionen sowie den Kampf gegen den Terrorismus hervor.

Airbus liefert Flugzeuge für 20 Milliarden Euro

Auch in Hochtechnologiebereichen wie der Luft- und Raumfahrt und der intelligenten Fertigung im Wirtschaftsbereich wollen beide Länder laut Xi Jinping enger zusammenarbeiten. Der Flugzeugbauer Airbus gab fast zeitgleich eine rund 20 Milliarden Euro schwere Vereinbarung über die Lieferung von 140 Passagierflugzeugen nach China bekannt, 100 Kurz- und Mittelstreckenflieger der A320-Familie sowie 40 Langstreckenflieger A350.

Es sei eine große Freude, "Sie hier begrüßen zu können in einer Zeit der Unruhe in der Welt", sagte Merkel am Rande des Treffens. China und Deutschland könnten einen Beitrag dazu leisten, "diese Unruhe auch etwas zu besänftigen und daraus eine etwas ruhigere Welt zu machen". Sie glaube, dass der Besuch "eine gute Gelegenheit ist, unsere umfangreichen strategischen Beziehungen auch zu erweitern und zu verbreitern".

Das Treffen Merkels mit Xi dient auch der Vorbereitung des G20-Treffens der Staats- und Regierungschefs der großen Wirtschaftsmächte und der EU. Die Kanzlerin will auch mithilfe von China ein Scheitern des Gipfels vermeiden. Es stünden schwierige Verhandlungen bevor, sagte Merkel. "20 Staaten zusammenzubringen in all ihren Entwicklungen und ihren Vorstellungen ist nicht ganz einfach."

Xi sicherte Merkel Unterstützung zu, damit der Gipfel in Hamburg positive Fortschritte machen könne. Das G20-Gastgeberland arbeitet stets eng mit dem vorhergehenden und dem nachfolgenden Gipfelausrichter zusammen, um die Kontinuität der Themen zu gewährleisten. China gehöre daher wie Argentinien zur Troika des Gipfels, sagte Merkel.

apr/dpa/Reuters



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