Merkel bei Macron Frankreich und Deutschland wollen Kampfjet entwickeln

Das Ziel ist eine "neue Generation von Kampfflugzeugen": Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron planen den Bau europäischer Kampfjets.

Angela Merkel, Emmanuel Macron
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Angela Merkel, Emmanuel Macron


Deutschland und Frankreich wollen gemeinsam einen europäischen Kampfjet entwickeln. Dieser solle langfristig die "aktuellen Kampfflugzeug-Flotten" beider Länder ersetzen, teilte der Elysée-Palast in Paris nach dem Treffen des deutsch-französischen Ministerrats mit.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte, beide Länder strebten es an, "eine neue Generation von Kampfflugzeugen zu schaffen". Kanzlerin Angela Merkel ergänzte, bis Mitte 2018 solle ein Zeitplan entwickelt werden. Es handele sich um eines von vielen Projekten, wichtig sei auch die "Eurodrohne, die wir voranbringen wollen".

Derzeit verwendet die Bundeswehr unter anderem den Eurofighter, Frankreich unter anderem die Rafale als Kampfflugzeug. Mit dem europäischen Kampfjet Eurofighter hatte es in der Vergangenheit wiederholt Probleme gegeben. Dieser machte wegen technischer Probleme, etwa wegen Materialmängeln, zuletzt immer wieder Negativschlagzeilen.

Das Eurofighter-Konsortium setzt sich zu 33 Prozent aus der britischen Firma BAE Systems, zu 21 Prozent aus dem italienischen Unternehmen Leonardo und der auf militärische Luftfahrt spezialisierten Airbus-Sparte Airbus Defence and Space zusammen. Über Letztere ist Deutschland beim Eurofighter mit 33 Prozent und Spanien mit 13 Prozent beteiligt.

Merkel sagte, nach dem Antritt der Regierung von Macron sei Deutschland bereit, die Zusammenarbeit "mit neuem Elan" zu aktivieren. Grundverständnis dabei sei, gemeinsam auch die Europäische Union zu stärken, um den Menschen Sicherheit und wirtschaftliches Fortkommen zu gewährleisten. Merkel nannte etwa Projekte der Digitalwirtschaft und eine stärkere Unterstützung für Afrika. Zu sprechen sei auch über eine mögliche deutsch-französische Unternehmensteuerreform.

Noch 2017 erste Schritte zur Reform der Eurozone

Macron ergänzte, beide Länder wollten sich für einen "freien und gerechten Handel" einsetzen und gegen jede Art von Protektionismus und Dumping kämpfen. Auch in Fragen der Migration brauche es ein "schützendes Europa". Er wünsche sich, dass Frankreich sich bei der Aufnahme von Flüchtlingen "sehr viel freiwilliger und humaner" zeige.

Auch das Thema Reform der Währungsunion sprachen beide an. Deutschland und Frankreich hätten das gemeinsame Ziel, die Zusammenarbeit in der Währungsunion zu vertiefen, sagte Merkel. Allerdings brauche Deutschland für größere Schritte ein Mandat des neuen Parlaments nach der Bundestagswahl am 24. September. "Das kann ich nicht im luftleeren Raum machen", sagte sie zur Begründung dafür, dass Deutschland und Frankreich noch keine gemeinsamen Vorschläge vorgelegt haben.

Macron nahm zu seinen Äußerungen Stellung, die Deutschen hätten von der Eurokrise stark profitiert und müssten mehr investieren. Das Zitat sei "missverständlich". Frankreich setze stärker auf öffentliche Investitionen als Deutschland. "Aber wir wollen niemandem Lektionen erteilen", sagte Macron.

Frankreichs Präsident kündigte zudem ein weiteres Treffen des Ministerrats Ende August an, in Vorbereitung auf den Gipfel im estnischen Tallin.

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cht/cte/AFP



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