Angola UNITA-Rebellenchef getötet

Angolanische Medien melden den Tod des UNITA-Rebellenführers Jonas Savimbi. Er sei bei Kämpfen im Südosten des Landes ums Leben gekommen. Savimbi war lange Zeit untergetaucht. Seine etwa 8000 Rebellen hatten sich im angolanischen Bürgerkrieg zunehmend als Guerillakämpfer betätigt.


UNITA-Rebellenführer Jonas Savimbi in einer Aufnahme von 1991
AFP

UNITA-Rebellenführer Jonas Savimbi in einer Aufnahme von 1991

Luanda - Savimbi sei bei Kämpfen in der Provinz Moxico getötet worden. Das sagte ein Regierungssprecher dem portugiesischen Rundfunk. Den Angaben zufolge fiel Savimbi bei einem Kampf in der Provinz Moxico. Seine Leiche befinde sich in der Hand von Regierungstruppen und werde in Kürze öffentlich gezeigt werden, sagte der Sprecher weiter. Auf den Straßen Luandas wurde bereits gefeiert, UNITA-Sprecher bestätigten den Tod savimbis aber nicht. Die drei Beobachterstaaten des Friedensprozesses in dem südwestafrikanischen Bürgerkriegsland, die USA, Russland und Portugal, seien unterrichtet worden, teilte die Regierung mit.

Savimbis Rebellengruppe UNITA kämpft seit 30 Jahren gegen die vormals kommunistischen Guerillas von Präsident Eduardo dos Santos um die Macht. Der Bewegung gehörten ehemals 75.000 Rebellen an.

Nach Schätzungen wurden fast eine halbe Million Menschen in dem Konflikt getötet und vier Millionen vertrieben. Menschenrechtsgruppen machen beide Seiten für Gräueltaten verantwortlich. Dazu kommt eine katastrophale Versorgungssituation in dem durch den Bürgerkrieg verarmten Land, das eigentlich reich an Bodenschätzen wie Erdöl und Diamanten ist.

Ende des Bürgerkriegs in Sicht?

Nach der Meldung von Savimbis Tod rief die Polizei die Bevölkerung zur Ruhe auf. Die Regierung erklärte weiter, sie rechne noch nicht mit einem Ende des Bürgerkriegs.

Von Seiten der UNITA war kein ranghoher Vertreter erreichbar. Eine Offensive der Regierungstruppen hat die Rebellengruppe im vergangenen Jahr aus einigen ihrer Hochburgen verdrängt; viele Einheiten haben sich in den Busch zurückgezogen. Auch über eine Nachfolgeregelung für den 67-jährigen Savimbi war nichts bekannt.

In den vergangenen Monaten hatte das Heer mitgeteilt, es habe Savimbis Truppen in der Provinz Moxico umstellt. In der Region wurden seitdem mehrere UNITA-Offiziere gefangen genommen. Die Regierungstruppen haben in dem zurückliegenden Jahr mehrere Hochburgen der UNITA-Rebellen erobert.

Krieg seit 1975

Angola gilt als eins der verminstesten Länder der Welt - Vor fünf Jahren besuchte die wenige Monate später tödlich verunglückte britische Prinzessin Diana Minenräumer in Angola
AP

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In dem seit der Unabhängigkeit von Portugal 1975 andauernden Bürgerkrieg hatten die UN 1994 einen Frieden vermittelt, der 1998 gebrochen wurde. Auch davor ausgehandelte Friedensabkommen waren gescheitert. UNITA ist die portugiesische Abkürzung für Nationale Union für die totale Unabhängigkeit von Angola.

Im Kalten Krieg - der Konfrontation zwischen den damaligen Supermächten USA und Sowjetunion hatten die Amerikaner vor allem in den 80er Jahren Savimbi und die UdSSR die linksgerichtete Regierung unterstützt. Auf Seite der Regierung kämpften auch kubanische Truppen gegen die UNITA. Seit Ende 2000 hatte die regierende MPLA weitgehend die Oberhand gewonnen, dennoch wurde das Land weiterhin von zahlreichen Terroraktionen erschüttert. Sogar die Blauhelme der Uno zogen sich aus Angola zurück.



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