38 Jahre an der Macht Angolas Präsident kündigt Rückzug an

Angolas Langzeitpräsident Santos will bei der Wahl im August nicht wieder antreten. Nachfolger soll nach massiver Kritik nun doch keines seiner Kinder werden.
Angolas Präsident José Eduardo dos Santos

Angolas Präsident José Eduardo dos Santos

Foto: HERCULANO COROADO/ REUTERS

38 Jahre war er an der Macht, nun hat Angolas Präsident José Eduardo dos Santos seinen Rücktritt angekündigt. Er werde vor den Wahlen im August die Macht abgeben, sagte er bei einem Treffen der Regierungspartei MPLA in Luanda. Als Kandidat für seine Nachfolge an der Partei- und Staatsspitze schlug der 74-Jährige den bisherigen Verteidigungsminister Joao Lourenço vor.

Santos hatte 1979 das Präsidentenamt übernommen. In der Öffentlichkeit trat er selten auf. Er sah sich immer wieder mit Vorwürfen der Korruption, Misswirtschaft und Einschüchterung konfrontiert.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Santos seinen Rücktritt angedeutet. Kritiker werfen seiner Familie vor, sich schamlos am Ölreichtum des Landes bereichert zu haben. Wirtschaftlich liegt Angola am Boden, obwohl es der zweitgrößte Ölexporteur Afrikas ist. Die meisten Menschen leben in großer Armut.

Als mögliche Nachfolger des Präsidenten waren zuletzt immer wieder seine älteste Tochter Isabel, eine milliardenschwere Geschäftsfrau, sowie sein Sohn Zenu genannt worden. Nun soll Lourenço zunächst den MPLA-Vorsitz übernehmen.

Gewinnt die Partei dann die Wahlen im August, soll er Santos auch als Staatschef ersetzen. Die angolanische Verfassung sieht keine Präsidentenwahlen vor, der Chef der Regierungspartei übernimmt automatisch auch das Amt an der Staatsspitze.

cte/AFP/dpa
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