Angriff auf Ölanlagen Saudi-Arabien spricht von iranischen Drohnen

Wer hat die Ölanlagen in Saudi-Arabien angegriffen? Die von dem Land geführte Militärkoalition sagt: Die Drohnen stammten aus Iran. Die Schuldzuweisung macht einen US-Angriff wahrscheinlicher.

Kolonell Turki al-Maliki, Sprecher der saudi-arabischen Militärkoalition
Fayez Nureldine/ AFP

Kolonell Turki al-Maliki, Sprecher der saudi-arabischen Militärkoalition


Iran dementiert, mit dem Angriff auf saudi-arabische Ölanlagen zu tun zu haben. Bekannt haben sich zu den Attacken mit 19 sichtbaren Einschlägen an Tanks und Rohrleitungen die jemenitischen Huthi-Rebellen.

Doch die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition teilt nun mit, die verwendeten Waffen stammten aus Iran. Erste Ermittlungen wiesen darauf hin, dass Drohnen des Typs "Ababil" eingesetzt worden seien, sagte der Sprecher der Militärkoalition, Turki al-Maliki, laut dem Sender Al-Arabija.

Rauchwolken über der saudi-arabischen Wüste, rechts der Persische Golf
NASA WORLDVIEW HANDOUT/EPA-EFE/REX

Rauchwolken über der saudi-arabischen Wüste, rechts der Persische Golf

Jemens Huthi-Rebellen verfügen über Drohnen des Typs "Kasef-1", die nach Ansicht von Uno-Experten nahezu identisch mit dem iranischen Typ "Ababil" sind. Diese unbemannten Flugzeuge haben eine Reichweite von 100 bis 150 Kilometern. Die am Wochenende angegriffenen saudi-arabischen Ölanlagen liegen von der Grenze zum Jemen etwa 800 Kilometer entfernt. Allerdings hatten die Huthis im Juli neue Drohnentypen der Öffentlichkeit vorgestellt. Bei diesen gehen Experten von einer Reichweite von bis zu 1000 Kilometern aus.

Pompeo sieht Schuld bei Iran, Trump droht

Die USA hatten am Sonntag bereits in einigen Statements Iran direkt für die Attacken verantwortlich gemacht. US-Präsident Donald Trump hatte zudem mit einem Vergeltungsschlag gedroht. Die USA stünden Gewehr bei Fuß, warteten aber auf Angaben der saudischen Führung, wen sie für den Angriff verantwortlich mache.

Außenminister Mike Pompeo hatte die "beispiellosen" Angriffe zuvor Iran zur Last gelegt, Trump äußerte sich nicht eindeutig. Iran behaupte zwar, nichts damit zu tun gehabt zu haben, aber die Islamische Republik habe auch zuvor schon "sehr große Lügen" verbreitet. "Wir werden es sehen?" schrieb er am Montag auf Twitter. Trump hatte am Wochenende für den Fall von Engpässen auch die Freigabe nationaler Ölreserven der USA gebilligt.

Der einflussreiche US-Senator und Trump-Vertraute Lindsey Graham hatte sich schon am Samstag dafür ausgesprochen, iranische Ölraffinerien anzugreifen. Ein solcher Schritt würde der Führung in Teheran "das Rückgrat brechen", schrieb er auf Twitter.

Am Samstagmorgen hatten mehrere Explosionen Anlagen des saudischen Ölkonzerns Saudi Aramco erschüttert. Nach Angaben des Konzerns ist der Komplex in Abkaik die größte Raffinerie des Landes.

Ersten Angaben zufolge führten die Angriffe zu einem drastischen Einbruch der Produktionsmenge. Die Ölproduktion sei um 5,7 Millionen Barrel auf etwa die Hälfte des üblichen Tages-Volumens zurückgegangen, hatte die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA berichtet.

cht/dpa/AFP



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gruen99 16.09.2019
1. Jetzt ist es raus !
Saudi Arabien nutzt US Waffen im Angriffskrieg gegen seinen Nachbarn und nun ballert der Nachbar mit den Waffen seiner Unterstützer, dem Iran, zurück. Die Saudis bewirkten zahlreiche Ziviltote, der Verteidiger nicht. Dennoch ist der Verteidiger böse und der Angreifer gut. Einmal ungeachtet, dass beide Kriegsparteien religiöse Antidemokratien sind und damit in aufgeklärten Augen beide keine Daseinsberechtigung haben, kann man jetzt nur noch fragen: Wer hat mit dem Mist angefangen und hätte man nicht auch gütig, also diplomatisch, eine friedliche Koexistenz erreichen können. Das geht aber leider nur, wenn man sich an die Spielregeln hält und der schwarze Peter geht da eindeutig an die USA, aber auch Deutschland und die anderen Waffenexporteure. Aus dem abzeichnenden (Bürger- und Religions-)Krieg sollten wir uns aber tunlichst raushalten ! Wir schaffen ja noch nicht einmal Afghanistan, geschweige den Syrien.
ingen79 16.09.2019
2. Die entscheidende Frage ist doch Wer hat die Drohnen
geliefert? woher stammen sie ? Die Tutti Rebelen können die doch nicht selbst hergestellt haben Das der Iran da involviert ist, ist doch offentsichtlich
pweissferdt 16.09.2019
3. Wo sind die Drohnen jetzt?
Wenn es Drohnen aus dem Jemen waren die max 1000 km weit fliegen koennen und die Strecke bis zu den Rafinerien ca.800 km war ,so koennen sie nicht zurueckgekehrt sei.Also entweder sie stuerzten auf ihre Ziele oder sind irgendwo notgeladet?? Muesste man dann ja eigentlich herausfinden wessen Drohnen das waren??
stefanmargraf 16.09.2019
4. Der Iran verhält sich kein bisschen cleverer als Trump
Das kann zu einem großen Krieg führen. Das war eine blöde Idee die Raffinerien anzugreifen. Sie wollen offenbar den Krieg, so wie auch Bolton.
amun76 16.09.2019
5. ..... absolut unschlüssig was da von den Saudis und
Amis kommt ... alles nur Vermutungen ... Der Iran wird definitiv nicht so blöde sein von seinem eigenen Territorium aus Drohnen zu starten ... Mag sein das iranische Technologie genutzt wurde u das ist gewiss auch so gut wie sicher, aber gestartet haben sie sie nicht. Es ist auch vollkommen legitim das die Huthis die Saudis angreifen die haben den seit 4 Jahren andauernden Bürgerkrieg ja angezettelt!!! Auge um Auge ... Der Iran war anfangs überhaupt nicht involviert wie man mittlerweile weiß u das der Grund der Saudis nur vorgeschoben war. Auch muss die saudische Luftabwehr ja katastrophal sein, wenn sie es nicht mal schaffen eine in den 80er entwickelte Drohne abzuschießen ... Ein Armutszeugnis wenn man bedenkt was die an Geld jedes Jahr in ihr unfähiges Militär stecken !!! Die Iraner würden die Saudis überrollen trotz Qualitativ weitaus schlechteren Equipments !! Sollte die USA die Iraner angreifen würden diese alle Erdölanlagen der Saudis in Schutt u Asche legen .. das sollte man sich sehr gut überlegen.
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