Angriff in Peking Verwandter eines US-Volleyballtrainers getötet

Tödliche Attacke im Herzen von Peking: Ein Chinese hat ein US-Touristenpaar und dessen Reiseführerin angegriffen. Der Mann starb, die beiden Frauen wurden verletzt ins Krankenhaus gebracht. Anschließend tötete sich der Täter selbst.


Peking - Der Angriff passierte aus heiterem Himmel, auf dem Trommelturm, einer der wichtigsten touristischen Sehenswürdigkeiten von Peking. Am Mittag stürzte sich nach einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua ein Angreifer aus noch unbekannten Gründen auf ein amerikanisches Touristenpaar und dessen chinesische Reiseführerin.

Untersuchungen am Tatort: Angriff in der zweiten Etage des Trommelturms
AP

Untersuchungen am Tatort: Angriff in der zweiten Etage des Trommelturms

Bei der Attacke auf der zweiten Etage des Turms sei der Mann ums Leben gekommen, die Frau und die Touristenführerin seien verletzt worden. Die beiden Frauen seien sofort ins Krankenhaus gebracht worden. Nach Angaben des Olympischen Komitees der USA (USOC) soll es sich bei den Angegriffenen um Verwandte eines Trainers des US-Herren-Volleyballteams handeln. Konkret geht es offenbar um die Angehörigen von einem der sechs US-Assistenzcoaches. Der Cheftrainer Hugh McCutcheon ist Neuseeländer.

USOC-Sprecher Darryl Seibel sagte, die amerikanischen Opfer hätten keine Kleidung, getragen, die sie als Mitglieder des US-Teams identifiziert hätte. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) erklärte, man bedauere den Vorfall zutiefst. Man werde jegliche benötigte Hilfe zur Verfügung stellen und engen Kontakt mit dem Olympischen Komitee der USA halten.

Aus der US-Botschaft hieß es, man befasse sich mit dem Fall. Botschaftssprecher Richard Buangan sagte, man arbeite mit den chinesischen Behörden zusammen. Der Täter soll sich nach chinesischen Berichten nach der Tat selbst getötet haben, indem er sich vom Turm stürzte. Bei dem Mann soll es sich laut seines mitgeführten Ausweises um einen 47-jährigen Tang Yongming aus dem ostchinesischen Hangzhou handeln.

Pekings Polizei sperrte den Trommelturm, der sich nördlich der Verbotenen Stadt befindet, nach der Tat sofort ab. Angriffe auf Ausländer in China sind extrem selten. Chinesen, die Touristen angreifen, riskieren höhere Strafen als bei Vergehen gegen eigene Landsleute. Vor den Olympischen Spielen haben die Behörden die Sicherheitsvorkehrungen noch einmal massiv verschärft. Rund 150.000 Polizei- und Sicherheitskräfte patrouillieren in der Stadt.

chs/Reuters/sid/AP



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