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04. Juni 2012, 10:13 Uhr

Pakistan

15 Tote bei Drohnenattacke in Nord-Waziristan

Die USA erhöhen die Frequenz ihrer Attacken an Pakistans Grenze zu Afghanistan. Bei einem Drohnenangriff in der Nacht zu Montag starben mindestens 15 Menschen. Zwei Raketen sollen in ein Gebäude eingeschlagen sein - bei den Opfern handelt es sich um mutmaßliche Aufständische.

Islamabad - Kaum ein Tag vergeht ohne Nachrichten über neue Attacken von US-Drohnen im pakistanischen Grenzgebiet. Auch in der Nacht zum Montag flog das Militär einen Angriff in Nord-Waziristan. Mindestens 15 Menschen starben bei der nächtlichen Aktion gegen eine Basis von radikalislamischen Kämpfern. Dies teilten pakistanische Sicherheitsvertreter am Montag mit.

Nach ihren Angaben trafen zwei Raketen ein Gelände in der Region von Mir Ali. Berichte, wobei auch ausländische Kämpfer unter den Toten waren, konnten sie zunächst nicht bestätigen.

Seit dem Nato-Gipfel zu Afghanistan im vergangenen Monat in Chicago haben die USA ihre Angriffe mit unbemannten Drohnen im pakistanischen Grenzgebiet verstärkt. Der jüngste Angriff war bereits der siebte innerhalb von zwei Wochen.

Bereits am Sonntag wurden bei Luftangriffen in Süd-Waziristan fünf mutmaßliche Aufständische getötet, darunter ein Kommandeur. Am Vortag berichteten pakistanische Sicherheitskräfte von mindestens drei Toten. Auch hier hatte es einen Beschuss durch die unbemannten Fluggeräte gegeben, die in der militärischen Strategie der USA eine immer größere Rolle spielen.

Die halbautonomen Stammesgebiete liegen in der unzugänglichen Bergregion entlang der afghanischen Grenze. Die pakistanischen Behörden haben dort traditionell wenig Einfluss. Nach Auffassung der USA nutzen Taliban und al-Qaida die Grenzregion als Rückzugsgebiet, um von dort aus Angriffe in Afghanistan zu starten.

jok/dpa/AFP

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