Angst vor Irak-Krieg US-Soldat lässt sich ins Bein schießen

Weil ein 20-jähriger Soldat nicht mehr in den Irak zurück wollte, täuschte er in den USA einen Raubüberfall vor und ließ sich verletzen. Motto: Lieber einmal unter Feuer als jeden Tag. Nun flog alles auf - die Armee will dennoch gnädig mit ihm umgehen.


New York - In den Vereinigten Staaten hat ein Soldat zu drastischen Mitteln gegriffen, um nicht wieder in den Irak geschickt zu werden: Er ließ sich während eines fingierten Raubüberfalls ins Bein schießen. Der 20-Jährige sollte für weitere acht Monate im Irak stationiert werden und die USA bereits am vergangenen Montag verlassen.

US-Soldaten bei einer Patrouille in Bakuba, Irak.
REUTERS

US-Soldaten bei einer Patrouille in Bakuba, Irak.

Es sei besser, nur einmal auf sich schießen zu lassen als jeden Tag, sagte Jonathan Aponte in einem Fernsehinterview vom Freitag. "Ich kann damit nicht mehr umgehen." Jetzt wird er der Verschwörung und Vortäuschung einer Straftat beschuldigt. In der Strafanzeige hieß es, Aponte habe mit seiner Frau Witze darüber gemacht, dass ihm jemand ins Bein schießen müsse, damit er nicht wieder in den Irak geschickt werde. Seine Frau nahm die Bemerkung ernst und erklärte, sie kenne jemanden, der das für 500 Dollar (365 Euro) tun würde.

Das Paar traf den Mann am Montag. Aponte sagte, er habe eine Zigarette geraucht und die Augen geschlossen, als der Mann die Waffe auf ihn gerichtet habe. Sein Anwalt erklärte, der 20-Jährige leide unter posttraumatischem Stress. Die Streitkräfte wollten ihn untersuchen und ihm, falls notwendig, psychiatrische Hilfe anbieten. Danach könnte er wieder ins Ausland geschickt oder entlassen werden.

Die Ehefrau muss sich wegen Körperverletzung und Verschwörung verantworten. Der Schütze wurde ermittelt und der Körperverletzung und des unerlaubten Waffenbesitzes beschuldigt.

AP



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.