Angst vor Überfällen Britische Innenministerin fühlt sich in London unsicher

Die britische Innenministerin Jacqui Smith traut sich nach Mitternacht in bestimmten Ecken Londons nicht auf die Straße. Das sagte die Politikerin in einem Interview. Später bereute sie diese Äußerung.

London - In ärmeren Gegenden wie Hackney würde sie nachts niemals allein auf die Straße gehen. "Das hätte ich niemals erwogen, nie im Leben", sagte Smith in einem Interview mit der Zeitung "The Sunday Times". Auch in schickeren Vierteln wie Kensington und Chelsea wäre sie vorsichtig, ergänzte Smith. "Ich würde nicht nach Mitternacht herumlaufen und bin in der glücklichen Lage, das nicht zu müssen", sagte sie dem Blatt.

Nach dem Gespräch rief ein besorgter Mitarbeiter des Ministeriums bei der Zeitung an und sagte, Smith habe ihre Aussagen so nicht gemeint. Erst kürzlich habe sie "einen Döner in Peckham" gekauft. Die "Sunday Times" kommentierte dazu, wohl jede Frau würde sich beim nächtlichen Kebab-Kauf in dem heruntergekommenen Viertel sicher fühlen, wenn sie von "der Leibwache der Innenministerin" begleitet würde.

Eine Umfrage hatte im August ergeben, dass sich 46 Prozent der Londoner nachts in ihren Vierteln nicht sicher fühlen. Mehrere Morden von Jugendlichen im vergangenen Jahr schürten zudem Ängste, dass die Jugendgewalt außer Kontrolle geraten könnte

jjc/AFP

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