Afghanistan Gericht verhängt Todesstrafe gegen Mörder der Fotografin Niedringhaus

Die sechs Richter in Kabul waren sich einig: Sie verurteilten den Mörder der in Afghanistan getöteten deutschen Fotografin Anja Niedringhaus zum Tode.

Niedringhaus (r.) und Gannon (Aufnahme aus 2012): Ein Polizist schoss auf die beiden Reporterinnen
AP/ dpa

Niedringhaus (r.) und Gannon (Aufnahme aus 2012): Ein Polizist schoss auf die beiden Reporterinnen


Kabul - Anfang April erschoss ein Polizist namens Naqibullah im Osten Afghanistans die deutsche Kriegsreporterin Anja Niedringhaus, ihre Kollegin Kathy Gannon überlebte schwer verletzt. Jetzt hat ein Bezirksgericht in Kabul gegen den Mörder die Todesstrafe verhängt.

Wegen der Schüsse auf die AP-Reporterin Gannon wurde der damalige Polizist außerdem zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Die Richter verhängten die Urteile nach einer zweistündigen Anhörung, zuvor hatte die afghanische Polizei in dem Fall drei Monate lang ermittelt.

Jede Hinrichtung muss vom afghanischen Präsidenten schriftlich genehmigt werden. Der Angeklagte hat außerdem 15 Tage Zeit, bei einem anderen Gericht Einspruch einzulegen und schließlich bis vor den Obersten Gerichtshof des Landes zu ziehen.

Die Hintergründe der Tat sind nach wie vor unklar. Naqibullah selbst schweigt. Niedringhaus und Gannon waren damals mit einem Konvoi für Wahlunterlagen im Bezirk Chost im Osten Afghanistans unterwegs. Als der Konvoi auf dem Gelände einer Polizeistation ankam, näherte sich der Polizist dem Auto. Dann feuerte er mit einem Gewehr in das Fahrzeug mit den beiden Frauen und soll dabei "Allahu akbar" ("Gott ist groß") gerufen haben.

Niedringhaus, die auf der linken Seite der Rückbank des Wagens saß, wurde von mehreren Kugeln in den Kopf getroffen und war sofort tot. Ihre Kollegin Gannon wurde schwer verletzt.

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30  Bilder
Beruf Kriegsreporterin: Anja Niedringhaus und ihre Bilder

als/AP

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