Ankara Türkische Regierung erzürnt über deutsches Asyl für Soldaten

Unmut über den Nato-Partner: Die Türkei kritisiert die Entscheidung der Bundesregierung, türkischen Soldaten politisches Asyl zu gewähren. Die Entscheidung widerspreche dem "Geist der Allianz".

Zwei Flaggen, zwei Meinungen
AFP

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Die Beziehung zwischen Deutschland und der Türkei ist seit Monaten zerrüttet, eine Entspannung weiter nicht in Sicht. Das Außenministerium in Ankara hat am Donnerstag das von Berlin gewährte Asyl für türkische Soldaten scharf verurteilt und forderte, den Beschluss zurückzunehmen.

Die deutschen Behörden zeigten "Nachsicht gegenüber einer putschistischen Mentalität", so der Vorwurf. Die "ehemaligen Militärs" in Deutschland unterhielten Verbindungen zur "Terrororganisation von Fethullah Gülen". Dem in den USA lebenden islamistischen Prediger wirft die konservativ-islamische Regierung vor, hinter dem gescheiterten Putsch vom vergangenen Juli zu stecken.

Das Bundesinnenministerium bestätigte, dass die ersten Anträge auf politisches Asyl türkischer Bürger mit Diplomatenpässen positiv beschieden wurden. Darunter sind nach Angaben von WDR, NDR und der "Süddeutschen Zeitung" türkische Militärs und ihre Familien.

Es handele sich demnach um Nato-Soldaten, die vor ihrer Entlassung aus der türkischen Armee in Deutschland stationiert gewesen seien. Die heiklen Fälle der Militärs und Beamten, über die der SPIEGEL berichtet hatte, blieben zunächst monatelang unbearbeitet.

Die Entscheidung des deutschen Nato-Partners stelle einen Schritt dar, "der mit dem Geiste der Allianz nicht einhergeht und den mehrdimensionalen Beziehungen zwischen unseren Ländern schadet", erklärte das türkische Außenministerium.

dop/dpa/AFP



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