Annäherung in Nahost Palästinenser und Israelis vereinbaren Waffenstillstand

Die Nahost-Friedensoffensive von Ägyptens Staatschef Mubarak und Jordaniens König Abdullah zeigt erste Erfolge: Israelis und Palästinenser verständigten sich darauf, die Waffen ruhen zu lassen.


Mubarak und Peres: Israel stimmt dem Waffenstillstand zu
AP

Mubarak und Peres: Israel stimmt dem Waffenstillstand zu

Kairo - Die Nachricht von dem Waffenstillstand gab Mubarak bekannt. Israels Außenminister Schimon Peres habe ihm eine entsprechende Nachricht von Ministerpräsident Ariel Scharon überbracht, sagte Mubarak am Sonntag in Kairo. Vier Wochen später könnten die Friedensverhandlungen zwischen beiden Seiten wieder aufgenommen werden, falls die Welle der Gewalt tatsächlich beendet sei, schrieb Scharon.

Ägypten und Jordanien hatten einen Friedensplan zur Beendigung der Nahost-Krise erarbeitet. Dringlichstes Ziel der arabischen Friedensinitiative ist es, das Blutvergießen zu beenden sowie Palästinenser und Israelis zurück an den Verhandlungstisch zu bringen. Peres will nach Gesprächen mit Mubarak auch mit dem jordanischen König Abdullah II. den arabischen Friedensplan diskutieren.

Scharon verlangt, dass vor der Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen die Gewalt beendet werden müsse. Die israelische Regierung hat zudem bereits mehrere Einwände gegen einzelne Punkte des ägyptisch-jordanischen Friedensvorschlags erhoben. Danach Israel lehnt unter anderem eine Verpflichtung zur Einstellung des Siedlungsbaus in den besetzten Gebieten ab. Wie die israelische Zeitung "Haaretz" berichtete, setzt sich Peres für einen Stufenplan ein, der in verschiedenen Schritten zu einem endgültigen Friedensabkommen führen soll.

Neue Anschläge

Ein Ende der Gewalt zeichnet sich trotz der diplomatischen Annäherung zurzeizt noch nicht ab. Im Westjordanland wurde am Sonntagmorgen ein Bombenanschlag auf einen israelischen Schulbus verübt. Nach israelischen Rundfunkberichten gab es jedoch keine Verletzten. Westlich von Nablus explodierte ein Sprengsatz in der Nähe von zwei Häusern der jüdischen Siedlung Schaari Tikwa.

Am Samstagabend war es zu neuen Kämpfen zwischen Israelis und Palästinensern gekommen. Nach palästinensischen Krankenhausangaben wurde ein 34-jähriger Palästinenser getötet und sein fünfjähriger Sohn verletzt, als israelische Soldaten im Westjordanland auf sein Auto schossen. Die Armee teilte dagegen mit, die Soldaten hätten palästinensisches Feuer erwidert.

Der israelischen Polizei zufolge erschossen zudem drei Araber nahe Umm el Fahm in Nordisrael einen Israeli und verwundeten eine Frau. Seit dem Beginn des Palästinenser- Aufstandes im September sind mindestens 480 Menschen ums Leben gekommen, die meisten von ihnen Palästinenser.



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