Annan warnt Bush "Mehr Geduld und weniger dünne Ausreden"

Uno-Generalsekretär Kofi Annan hat US-Präsident Bush an den Pranger gestellt. Er kritisierte die Vereinigten Staaten, weil sie offenbar eine geringere Hemmschwelle haben, Krieg gegen den Irak zu führen, als andere Nationen des Sicherheitsrats.



New York - Bei einem Treffen mit Bush sprach Annan dem Präsidenten ins Gewissen. Er solle doch "etwas geduldiger" sein und nicht vorschnell in den Krieg ziehen. Ein Krieg gegen Saddam müsse auf handfesten Beweisen gegründet sein, dass der Irak über Massenvernichtungswaffen verfüge, nicht auf "dünnen" Ausreden, um einen Krieg zu führen.

Die Äußerungen Annans zeigten die Divergenz zwischen der Position der Uno und der Bush-Regierung, schreibt die "New York Times". Man sei sich völlig uneins in der Frage, welche eventuellen Behinderungen der Waffeninspekteure seitens des Iraks ausreichender Grund für einen Krieg gegen das Land sein könnte.

Annan kündigte an, die Waffeninspekteure reisten mit dem Ziel in den Irak, unbegrenzt bisherige und neue Waffenarsenale zu begutachten. Es gelte, Überwachungssysteme wie Kameras zu installieren. Die Inspektoren müssten auch jeden Hinweis auf die Herstellung von nuklearen, biologischen und chemischen Waffen überprüfen, ebenso die Produktion von Raketen.

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