Attentat in Ansbach IS-nahe Agentur veröffentlicht angebliches Bekennervideo

Die Bundesanwaltschaft prüft, ob der Attentäter von Ansbach Anhänger des "Islamischen Staats" war. Ein nun verbreitetes Video könnte diesen Verdacht erhärten.


Der Attentäter von Ansbach hat den Selbstmordanschlag in Bayern angeblich per Video angekündigt. In der Nacht zum Dienstag veröffentlichte die Agentur Amaq, ein Sprachrohr der Terrormiliz "Islamischer Staat", einen Clip im Internet: Darin zu sehen ist eine Person, die sich ein schwarzes Tuch um den Kopf gebunden hat, sodass nur die Augen zu sehen sind. Es soll sich laut Beschreibung um den Syrer Mohammad Daleel handeln, der sich bei einem Musikfestival in Ansbach in die Luft gesprengt und 15 Menschen verletzt hatte.

In dem nun verbreiteten Video sagt die Person, sie erneuere ihren Treueeid auf den IS-Führer Abu Bakr al-Baghdadi. Dies ist insofern bemerkenswert, weil sich die Person damit anscheinend schon länger als IS-Mitglied betrachtet.

Sie kündigt zudem "eine Märtyreroperation in Ansbach in Bayern an". Der IS habe diesen Krieg nicht begonnen, "ihr werdet nicht in Frieden leben, solange ihr den IS bekämpft". Die Echtheit des Videos ließ sich zunächst nicht überprüfen.

Schon zuvor hatten Ermittler auf einem Handy, das sie mit dem Attentäter in Verbindung bringen, ein Video mit einer Anschlagsdrohung gefunden: Eine Person kündigt dabei einen Racheakt gegen Deutsche an und schwört Baghdadi die Treue.

Kurz nach Bekanntwerden der Selbstbezichtigung verschickte Amaq eine allgemein formulierte Erklärung: Wie nach den Anschlägen von Würzburg und Nizza meldete die Agentur, der Ansbacher Attentäter sei ein "Soldat des IS" gewesen.

Inzwischen hat der Generalbundesanwalt in Karlsruhe die Ermittlungen zum Attentat an sich gezogen. Die Ermittlungsbehörde des Bundes geht damit davon aus, dass es sich um ein terroristisches Verbrechen handelt.

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aar/syd/dpa

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