Anschläge im Irak Viele Tote und Verletzte in Pilgerstadt

Mehrere Explosionen haben den irakischen Pilgerort Nadschaf erschüttert: Mindestens 15 Menschen wurden bei den Anschlägen getötet. Auch in anderen Städten des Landes starben Zivilisten nach blutigen Attentaten.


Bagdad - In der irakischen Pilgerstadt Nadschaf starben am Donnerstag mindestens 15 Menschen, als im Stadtzentrum kurz hintereinander drei Sprengsätze detonierten. Eine Autobombe ging nahe einer Moschee hoch, die beiden anderen Explosionen ereigneten sich auf dem Gelände eines Marktes, sagte ein Mitarbeiter des Innenministeriums der Nachrichtenagentur AFP. Mindestens 20 Menschen wurden verletzt.

Die 180 Kilometer südlich von Bagdad gelegene Stadt Nadschaf ist ein Wallfahrtsort für Schiiten aus dem Irak und Iran. Dort befindet sich das Mausoleum des Imams Ali, eines Cousins des Propheten Mohammed. Kurz nach den Anschlägen waren offenbar starke Einheiten der Sicherheitskräfte im Einsatz. Die Zufahrtstraßen zur Stadt wurden abgeriegelt.

Am Donnerstag starben zudem zwei Zivilisten, als in der nordöstlich von Bagdad gelegenen Stadt Bakuba ein Sprengsatz in einem Einkaufsviertel explodierte. Durch eine Magnetbombe, die an einem Auto befestigt war, kam in der Kleinstadt Al-Chalidija im Westen des Landes ein Mensch ums Leben.

Todesurteile nach Anschlägen in Bagdad

In Bagdad hat ein Gericht wegen der blutigen Terrorserie im Regierungsbezirk im vergangenen August elf Männer zum Tode verurteilt. Das verlautete am Donnerstag aus Justizkreisen in der irakischen Hauptstadt. Das Zentrale Strafgericht des Bezirks Bagdad-Rasafa fällte sein Urteil nach nur drei Sitzungen.

Der Richter erklärte, die elf Männer hätten die Terroranschläge "geplant und ausgeführt". Die Angeklagten hatten im Gerichtssaal ihre Unschuld beteuert. Sie erklärten, die Geständnisse, die sie zuvor abgelegten hatten, seien unter Folter entstanden. Gegen das Urteil ist eine Berufung möglich.

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Anschläge im August: Bombenterror in Bagdad

Vor dem Außenministerium und dem Finanzministerium waren am 19. August mehrere Autobomben detoniert. Mehr als hundert Menschen starben. Die Regierung von Ministerpräsident Nuri al-Maliki erklärte kurz darauf, die Anschläge seien von Anhängern der Baath-Partei von Ex-Präsident Saddam Hussein in Syrien geplant worden. Die syrische Führung weigerte sich "wegen mangelnder Beweise" jedoch, zwei von den Irakern namentlich genannte Verdächtige an Bagdad auszuliefern.

kgp/dpa/AFP



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