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Anschläge in Moskauer Metro Russland macht Jagd auf die Terrorhelfer

Die zwei Selbstmordattentäterinnen sind identifiziert, Überwachungskameras filmten mutmaßliche Helferinnen: Am Tag nach dem Terror in der Moskauer Metro fahndet Russlands Polizei nach den Drahtziehern der Tat. Außenminister Lawrow schließt eine Beteiligung al-Qaidas nicht aus.

Moskau - Moskau trauert am Tag nach dem Doppelanschlag auf die U-Bahn mit mindestens 39 Toten und mehr als 60 Verletzten - die russischen Behörden fahnden derweil mit Hochdruck nach den Drahtziehern der Tat. Die russische Nachrichtenagentur Interfax meldete, der Geheimdienst FSB habe die Identität der beiden Selbstmordattentäterinnen festgestellt, die sich am Montagmorgen im Berufsverkehr in den U-Bahn-Stationen Lubjanka und Park Kultury in die Luft gesprengt hatten. Außerdem seien mit Hilfe von Überwachungskameras zwei mutmaßliche Helferinnen identifiziert worden, die die Täterinnen begleitet haben sollen. Die Frauen und ein möglicher dritter Helfer würden gesucht.

Unterdessen schloss Russlands Außenminister Sergej Lawrow auch eine Beteiligung des Terrornetzwerks al-Qaida nicht aus. Lawrow brachte eine Verbindung der Täter zu islamistischen Terroristen aus dem afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet ins Spiel. Dort würden mehrere Anschläge geplant, die dann nicht nur in Afghanistan sondern auch in anderen Ländern ausgeführt würden, sagte der russische Außenminister nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax. "Manchmal reichen diese Planungen bis in den russischen Kaukasus."

Ein Bekennerschreiben zu den Anschlägen gibt es auch am Tag danach noch nicht. Der Chef des russischen Geheimdienstes FSB, Alexander Bortnikow, machte Rebellen aus den Konfliktgebieten im Nordkaukasus verantwortlich, in denen die russische Regierung hart gegen Separatisten vorgeht. Nach Einschätzung des auf die Beobachtung islamistischer Web-Seiten spezialisierten US-Unternehmens IntelCenter deutet vieles darauf hin, dass die Gruppierung Kaukasus-Emirat des tschetschenischen Rebellenchefs Doku Umarow hinter dem Doppelanschlag steckt. Umarow will im Nordkaukasus einen islamischen Staat errichten.

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Metro in Moskau: Anschläge in der Rushhour

Foto: Dmitry Lovetsky/ AP

Die internationale Gemeinschaft steht derweil solidarisch an der Seite Russlands. Die Außenminister der G-8-Staaten verurteilten die Selbstmordanschläge von Moskau scharf. Zum Auftakt ihres zweitägigen Treffens im kanadischen Gatineau prangerten die Chefdiplomaten der sieben führenden Industriestaaten und Russlands am Montag die "feigen Attentate" an. Zugleich riefen sie dazu auf, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Außerdem kündigte die Ministerrunde eine weitere Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus an.

US-Präsident Barack Obama bot seinem russischen Kollegen Dmitrij Medwedew telefonisch die Zusammenarbeit beim Vorgehen gegen die Drahtzieher an. Obama habe in dem Telefonat die Bereitschaft der USA bekundet, "mit Russland zusammenzuarbeiten, um die Verantwortlichen für diese Taten zur Rechenschaft zu ziehen", erklärte sein Büro in Washington. US-Außenministerin Hillary Clinton sagte, die Terroristen seien der "gemeinsame Feind" aller Länder.

Medwedew hatte am Montagabend Blumen für die Opfer der Anschläge an einem der betroffenen Moskauer U-Bahnhöfe niedergelegt. Er habe keinen Zweifel, dass die Hintermänner "gefunden und vernichtet" würden, erklärte Medwedew an der Station Lubjanka. Er verurteilte das Blutbad und erklärte, die Täter seien keine Menschen sondern "Bestien".

Der Moskauer Bürgermeister Jurij Luschkow ordnete für Dienstag einen Trauertag in der Millionenmetropole an. Die russische Hauptstadt ist seit den neunziger Jahren immer wieder von tödlichen Anschlägen erschüttert worden.

anr/dpa/AFP/Reuters