Anschlag auf CIA Al-Qaida wollte Tötung von Taliban-Führern rächen

Acht Menschen kamen bei dem Selbstmordanschlag auf einen CIA-Stützpunkt in Afghanistan ums Leben. Das Terrornetzwerk al-Qaida hat die Attacke eines mutmaßlichen Doppelagenten jetzt als "Racheakt" für Raketenangriffe der US-Armee bezeichnet.

US-Soldat in Afghanistan: Die Truppen sind ebenso Ziel von Terroristen wie CIA-Mitarbeiter
AFP

US-Soldat in Afghanistan: Die Truppen sind ebenso Ziel von Terroristen wie CIA-Mitarbeiter


Washington/Kabul - Der Selbstmordanschlag auf CIA-Agenten in Afghanistan Ende Dezember ist nach Darstellung des Terrornetzwerks al- Qaida ein "Racheakt" für Drohnenangriffe der USA im Nachbarland Pakistan gewesen.

Das gehe aus einer im Internet veröffentlichten Erklärung des Terrornetzwerks hervor, berichtete das auf die Auswertung islamistischer Websites spezialisierte IntelCenter in Washington. Der Anschlag, bei dem ein Selbstmordattentäter vor einer Woche sieben CIA-Agenten und einen Jordanier mit in den Tod gerissen hatte, "rächt den Tod von Baitullah Mehsud, Saleh al-Somali und Abu Laith al-Libi,", heißt es demnach in der Erklärung.

Mehsud, oberster Anführer der Taliban in Pakistan, war im August 2009 bei einem US-Raketenangriff im Grenzgebiet zu Afghanistan getötet worden. Die Taliban-Kommandeure al-Somali und al-Libi starben Anfang Dezember bei einem Angriff einer unbemannten US-Drohne im pakistanischen Stammesgebiet Nord-Waziristan.

Al-Qaida hatte sich schon unmittelbar nach dem Anschlag auf den CIA-Stützpunkt zu der Tat bekannt. Von der sogenannten Forward Operation Base Chapman aus sollen die Angriffe der unbemannten Drohnen auf Taliban-Verstecke gesteuert werden.

Das Attentat wurde offenbar von einem jordanischen Doppelagenten, dem Mediziner Humam Chalil Abu Mulal al-Balawi verübt, von dem sich der US-Geheimdienst Informationen über al-Qaida erhofft hatte. Für die USA war der mutmaßliche Attentäter eine ihrer größten Hoffnungen bei der Jagd auf hochrangige Qaida-Kader."Er war einer der aussichtsreichsten Kontakte", zitiert die "New York Times" einen namentlich nicht genannten Geheimdienstmitarbeiter.

anr/AFP/dpa/AP

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