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08. Januar 2010, 00:04 Uhr

Anschlag auf CIA

Witwe stolz auf Selbstmordattentäter

Für seine Familie ist der CIA-Attentäter ein Märtyrer im Dienste des Heiligen Krieges. "Ich bin stolz auf ihn", sagte die Witwe, die zugleich ausschloss, dass ihr Mann ein Doppelagent für die USA und Jordanien gewesen sein könnte. Er habe Amerika gehasst.

Ankara - Nach dem Selbstmordanschlag auf CIA-Agenten in Afghanistan hat die Witwe des Attentäters Humam Chalil Abu Mulal al-Balawi ihren Mann als Märtyrer gelobt: "Ich bin stolz auf meinen Gatten. Er hat in diesem Krieg einen sehr wichtigen Auftrag ausgeführt", sagte Defne Bayrak am Donnerstag vor Reportern an ihrem Wohnort in Istanbul.

Zugleich bestritt sie, dass Balawi ein jordanischer und amerikanischer Doppelagent gewesen sei. "Ich denke, es ist ausgeschlossen, dass er ein US-Agent war. Dazu war seine Abneigung gegenüber den USA zu groß. Er könnte die USA und Jordanien lediglich benutzt haben, um seine Ziele zu erreichen", sagte die Witwe weiter. Bayrak ist Journalistin, eines ihrer Bücher trägt den Titel "Osama bin Laden: Che Guevara des Ostens". Defne Bayrak soll in Kürze von der türkischen Polizei vernommen werden.

Balawi hatte sich am 30. Dezember auf einem Militärstützpunkt im Südosten Afghanistans in die Luft gesprengt und sieben CIA-Agenten mit in den Tod gerissen. Die Extremistengruppe al-Qaida in dem Land bekannte sich zu dem Anschlag. Der Mediziner Balawi wurde in der Vergangenheit mit den Islamisten in Verbindung gebracht. Geheimdienste aus den USA und Jordanien gingen jedoch davon aus, ihn auf ihre Seite gezogen zu haben.

In einem Interview mit der Zeitung "Sabah" erklärte Bayrak zuvor, sie habe geglaubt, ihr Mann sei wegen medizinischer Studien in Afghanistan. Am Telefon habe sie dann von einem jordanischen Freund ihres Mannes von der Tat erfahren. Sie selbst habe den letzten telefonischen Kontakt mit ihrem Mann vor vier bis sechs Wochen gehabt, den letzten Internetkontakt vor zehn Tagen. Balawi habe ihr gesagt, er komme zurück in die Türkei und beantrage die türkische Staatsbürgerschaft, um dort seine Forschungen fortzusetzen.

can/Reuters/AFP

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