Anschlag auf CIA Witwe stolz auf Selbstmordattentäter

Für seine Familie ist der CIA-Attentäter ein Märtyrer im Dienste des Heiligen Krieges. "Ich bin stolz auf ihn", sagte die Witwe, die zugleich ausschloss, dass ihr Mann ein Doppelagent für die USA und Jordanien gewesen sein könnte. Er habe Amerika gehasst.


Ankara - Nach dem Selbstmordanschlag auf CIA-Agenten in Afghanistan hat die Witwe des Attentäters Humam Chalil Abu Mulal al-Balawi ihren Mann als Märtyrer gelobt: "Ich bin stolz auf meinen Gatten. Er hat in diesem Krieg einen sehr wichtigen Auftrag ausgeführt", sagte Defne Bayrak am Donnerstag vor Reportern an ihrem Wohnort in Istanbul.

Zugleich bestritt sie, dass Balawi ein jordanischer und amerikanischer Doppelagent gewesen sei. "Ich denke, es ist ausgeschlossen, dass er ein US-Agent war. Dazu war seine Abneigung gegenüber den USA zu groß. Er könnte die USA und Jordanien lediglich benutzt haben, um seine Ziele zu erreichen", sagte die Witwe weiter. Bayrak ist Journalistin, eines ihrer Bücher trägt den Titel "Osama bin Laden: Che Guevara des Ostens". Defne Bayrak soll in Kürze von der türkischen Polizei vernommen werden.

Balawi hatte sich am 30. Dezember auf einem Militärstützpunkt im Südosten Afghanistans in die Luft gesprengt und sieben CIA-Agenten mit in den Tod gerissen. Die Extremistengruppe al-Qaida in dem Land bekannte sich zu dem Anschlag. Der Mediziner Balawi wurde in der Vergangenheit mit den Islamisten in Verbindung gebracht. Geheimdienste aus den USA und Jordanien gingen jedoch davon aus, ihn auf ihre Seite gezogen zu haben.

In einem Interview mit der Zeitung "Sabah" erklärte Bayrak zuvor, sie habe geglaubt, ihr Mann sei wegen medizinischer Studien in Afghanistan. Am Telefon habe sie dann von einem jordanischen Freund ihres Mannes von der Tat erfahren. Sie selbst habe den letzten telefonischen Kontakt mit ihrem Mann vor vier bis sechs Wochen gehabt, den letzten Internetkontakt vor zehn Tagen. Balawi habe ihr gesagt, er komme zurück in die Türkei und beantrage die türkische Staatsbürgerschaft, um dort seine Forschungen fortzusetzen.

can/Reuters/AFP

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wer es glaubt wird selig 08.01.2010
1. kein kommentar?
Zitat von sysopFür seine Familie ist der CIA-Attentäter ein Märtyrer im Dienste des Heiligen Krieges. "Ich bin stolz auf ihn", sagte die Witwe, die zugleich ausschloss, dass ihr Mann ein Doppelagent für die USA und Jordanien gewesen sein könnte. Er habe Amerika gehasst. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,670732,00.html
.....zu solch einen brisanten artickel will natuerlich keiner seinen senf abgeben.......mal sehen ob da mehr kommt als ein hinweis auf meine rechtschreibfehler......Kriminell wird's, wenn man die CIA als helden darsetellt. Die sind genau so kaltbluetig wie die so genannten terroristen. Die legen leute um, von denen sie gehoert haben, das sie terroristen sein und ob das am ende der wahrheit entspricht, weiss keine sau. Wenn die CIA einen anschlag auf vermutliche terroristen verueben und dabei ein paar zivilisten hops gehen kraeht kein hahn danach.....es war ja notwendig....... Angenommen die cia haette sich in diesem fall aus versehen selber in die luft gesprengt, ware dieser vorfall mit sicherheit auch in die schuhe irgendwelcher mutmasslicher extremisten geschoben worden. Also wenn ihr mich fragt......wer glaubt denn Berichten der CIA? oder glaubt ihr etwa das irgendwelche Journalisten eine Berichterstattung auf dem Gelaende der CIA machen durften?
Tobermory, 08.01.2010
2. Einknicken?
Zitat von sysopFür seine Familie ist der CIA-Attentäter ein Märtyrer im Dienste des Heiligen Krieges. "Ich bin stolz auf ihn", sagte die Witwe, die zugleich ausschloss, dass ihr Mann ein Doppelagent für die USA und Jordanien gewesen sein könnte. Er habe Amerika gehasst. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,670732,00.html
Das wirft doch Fragen auf: Wie ist der "Hass" historisch begründet? Seit wann dauert der "Heilige Krieg"? Hat nur eine Seite das Recht zu hassen? Hasst Obama die Muslime? Gibt es eine Hasskultur im Orient? Wenn ja, wie sollen die Christen, die Nächstenleibe predigen, aber nicht immer nach dem Gebot gehandelt haben, damit umgehen? Abgesehen von diesen Fragen ist die Kategorie "Stolz" eine der widerlichsten, die die Rechtsradikalen hier ja auch gerne bemühen. Wahrscheinlich gibt es keine Alternative zu dem Motto von Alfred Kerr, das er den Radikalen beider Seiten in der Endzeit der Weimarer Republik entgegen schleuderte: "Erclinf": "Ecrasez l'infame". Wir sollten klar Position beziehen. Sonst haben wir demnächst noch mehr "stolze Witwen", die Anschläge auf Flugzeuge oder Karikaturisten gut heißen.
Jordan Sokoł 08.01.2010
3. Individuelle Attentäter?
Zitat von sysopFür seine Familie ist der CIA-Attentäter ein Märtyrer im Dienste des Heiligen Krieges. "Ich bin stolz auf ihn", sagte die Witwe, die zugleich ausschloss, dass ihr Mann ein Doppelagent für die USA und Jordanien gewesen sein könnte. Er habe Amerika gehasst. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,670732,00.html
Dem Bericht des Spiegels vermag ich lediglich zu entnehmen, daß der Hass auf Amerika sich in die einzelne Menschenseele tief zu verwurzeln vermag. Damit erhöht sich die Gefahr von Attentaten, ohne daß es einer unterstützenden Logistik gegenwärtiger Extremistengruppierungen bedarf. - Ein wahr- haft alarmierendes Zeichen, das durch die Haltung der Ehe- frau des Attentäters eindrucksvoll bekräftigt wird. Bei dieser Gelegenheit: Barak Obama kann es nicht bei der Feststellung belassen, daß die Sicherheitssysteme der USA versagt haben. Er ist sicher gut beraten, wenn er das ge- samte Agentenwesen der USA unter einer neuen, demokrati- schen Mindestanforderungen genügenden Sicherheitsphiloso- phie von Grund auf reformiert. Jordan Sokoł
schlechtmensch 08.01.2010
4. individuell
Zitat von Jordan SokołDem Bericht des Spiegels vermag ich lediglich zu entnehmen, daß der Hass auf Amerika sich in die einzelne Menschenseele tief zu verwurzeln vermag. Damit erhöht sich die Gefahr von Attentaten, ohne daß es einer unterstützenden Logistik gegenwärtiger Extremistengruppierungen bedarf. - Ein wahr- haft alarmierendes Zeichen, das durch die Haltung der Ehe- frau des Attentäters eindrucksvoll bekräftigt wird. Bei dieser Gelegenheit: Barak Obama kann es nicht bei der Feststellung belassen, daß die Sicherheitssysteme der USA versagt haben. Er ist sicher gut beraten, wenn er das ge- samte Agentenwesen der USA unter einer neuen, demokrati- schen Mindestanforderungen genügenden Sicherheitsphiloso- phie von Grund auf reformiert. Jordan Sokoł
Ja, aber nicht grundlos, wenn Sie sich die Geschichte Humam Khalil Abu-Mulal al-Balawis ansehen.
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