Anschlag auf Luxushotel Verdächtiger in Kabul festgenommen

Einen Tag nach dem Anschlag auf ein Luxushotel in Kabul haben die Behörden einen Verdächtigen festgenommen. Nach Angaben des afghanischen Geheimdienstes trug der Mann während des Attentats eine Polizeiuniform.

Kabul - Geheimdienstchef Amrullah Saleh erklärte heute, der Festgenommene sei einer von drei Männern, die bei dem Anschlag auf das Luxushotel "Serena" beteiligt waren. Bei dem Attentat in der afghanischen Hauptstadt waren gestern sieben Menschen ums Leben gekommenZiel des Anschlags war offenbar der norwegische Außenminister Jonas Gahr Stoere, der in dem Hotel an einer Konferenz teilnahm.

Saleh erklärte, drei Männer hätten am Montagabend das Hotel Serena gestürmt. Ein Wächter habe einen Angreifer vor dem Parkplatz des Hotels erschossen. Der zweite Attentäter habe sich in der Nähe zum Eingang der Lobby in die Luft gesprengt, während der dritte in der Lobby um sich geschossen habe.

Saleh erklärte weiter, der Verdächtige habe während des Attentats eine Polizeiuniform getragen. Offenbar habe der Mann beschlossen, seinen Sprengsatz nicht zu zünden. Er sei kurz nach dem Anschlag festgenommen worden.

Der Geheimdienst beschuldigte Siradsch Hakkani, einen bekannten Aufständischen, der in der pakistanischen Stammesregion Nord Waziristan vermutet wird, den Anschlag auf das Hotel geplant zu haben. Die US-Streitkräfte haben 200.000 Dollar (135.000 Euro) Belohnung für Hinweise zu einer Ergreifung ausgesetzt.

Die genaue Zahl und die Nationalität der Todesopfer ist bislang unklar. Der afghanische Geheimdienst gab an, unter den Opfern seien drei Amerikaner und eine Französin. Die US-Botschaft erklärte dagegen, es sei nur ein amerikanischer Staatsbürger ums Leben gekommen, während die französische Botschaft nichts von Franzosen unter den Opfern wusste. Ein Sprecher des Serena sagte, drei Hotelangestellte und zwei Wächter seien getötet worden. Ein Mitarbeiterin des Spa-Bereichs erlag nach Angaben der philippischen Behörden ihren Verletzungen.

Norwegens Außenminister Stoere beschloss heute, seinen Afghanistan-Besuch nach dem Bombenanschlag abzubrechen. Im Laufe des Tages will er nach Oslo zurückkehren. Eigentlich sollte die Reise Stoeres bis Donnerstag dauern. Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg sagte, der Anschlag werde nichts am norwegischen Einsatz in Afghanistan mit derzeit 450 Soldaten ändern. Er zeige aber, dass es noch ein weiter Weg sei, bis die nötige Sicherheit im Land einschließlich der Hauptstadt Kabul gewährleistet sei.

amz/AP

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.