Anschlag im Niger Französische Soldaten befreien Militärcamp

Spezialkräfte der französischen Armee haben den Terrorangriff auf ein Militärcamp im Niger beendet. Zu dem Doppelanschlag bekannte sich al-Qaida im Islamischen Maghreb. Die Terrorgruppe hatte im Februar eine Gasförderanlage in Algerien angegriffen.

Das gesprengte Fahrzeug der Terroristen: Ihr Anschlag tötete mehr als 20 Menschen
AFP

Das gesprengte Fahrzeug der Terroristen: Ihr Anschlag tötete mehr als 20 Menschen


Agadez - Französische Spezialkräfte haben im Niger eingegriffen, um eine Geiselnahme nach dem tödlichen Anschlag auf ein Militärcamp in der Stadt Agadez zu beenden. Mindestens zwei "Terroristen" seien dabei am Freitagmorgen getötet worden, teilte das französische Verteidigungsministerium mit. Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian sagte dem Sender BFMTV, die Situation sei inzwischen "stabilisiert". Der nigrische Präsident Mahamadou Issoufou habe zuvor um Unterstützung für seine Truppen gebeten.

Die Regierung des Niger bestreitet inzwischen allerdings, dass die Terroristen Geiseln genommen hatten. Die Angreifer hätten sich während dem Gefecht in einer Baracke verschanzt. Man habe deshalb geglaubt, dass dort Soldaten in die Gewalt der Terroristen geraten seien, sagte ein Regierungssprecher der Nachrichtenagentur AP.

Selbstmordattentäter hatten am Donnerstag eine Urananlage des französischen Konzerns Areva angegriffen und eine Autobombe in einem Militärcamp gezündet. Dabei waren mindestens 23 Menschen ums Leben gekommen.

Derweil hat sich die Terrorgruppe al-Qaida im Islamischen Maghreb (AQIM) zu den Angriffen bekannt. Die Gruppe war auch für die Geiselnahme in einer algerischen Erdgasanlage Anfang des Jahres verantwortlich.

Die zusammen mit der Islamistengruppe Mujwa ausgeführten Anschläge am Donnerstag seien eine Reaktion auf den Einsatz von Truppen aus Niger gegen Islamisten in Mali, heißt es in einer am Freitag im Internet von der Gruppe al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQIM) verbreiteten Erklärung. Sollte Nigers Präsident Mahamadou Issoufou seine Soldaten nicht abziehen, würden weitere Angriffe folgen, auch in Niger. Unterzeichnet war die Erklärung, deren Echtheit von unabhängiger Seit zunächst nicht bestätigt werden konnte, von Khalid Abu-Abbas, besser bekannt als Mokhtar Belmokhtar, ein hochrangiges Mitglied der AQIM.

ade/AFP/AP/Reuters/dpa



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