Vor Revolutionsfeier
Tote und Verletzte bei Anschlägen in Kairo
Neue Gewalt erschüttert Kairo: Bei zwei Explosionen in der ägyptischen Hauptstadt starben am Freitag zahlreiche Menschen, die Polizeizentrale wurde schwer beschädigt. Zum Jahrestag der Revolution am Wochenende befürchten die Behörden weitere Zwischenfälle.
Kairo - Kurz vor dem Start der Feierlichkeiten zum Jahrestag des Aufstands gegen Präsident Mubarak hat es in Kairo zwei schwere Zwischenfälle gegeben. Zunächst erschütterte eine Explosion die Innenstadt der ägyptischen Metropole am Morgen. Wie das Staatsfernsehen am Freitag berichtete, ereignete sich die Explosion in unmittelbarer Nähe der Polizeizentrale. Es soll sich um eine Autobombe gehandelt haben.
Zu einer zweiten Explosion kam es kurz darauf vor einer U-Bahnstation im Kairoer Stadtteil Dokki. Der Sprengsatz soll unter einem Fahrzeug der Sicherheitskräfte detoniert sein und einen Beamten getötet haben. Acht weitere Personen seien verletzt worden, meldete die Zeitung "al-Ahram" unter Berufung auf Sicherheitskreise. Andere ägyptische Medien melden, ein Attentäter habe eine Handgranate geworfen. Wenig später soll es sogar noch einen dritten Angriff gegeben haben, über Opfer ist bisher nichts bekannt.
Wie ein Polizeisprecher bestätigte, wurden bei der ersten Explosion mindestens vier Menschen getötet und mehr als 45 verletzt. Die Wucht der Bombe habe nahezu die komplette Außenwand des Gebäudes zerstört, berichtete ein AFP-Reporter. In der Straße vor dem Polizeihauptquartier klaffe ein tiefer Krater. Auch aus dem benachbarten islamischen Museum werden Schäden gemeldet.
Angst vor neuer Gewalt wächst
Ägyptische Zeitungen berichten auf ihren Internetseiten sogar von Dutzenden Toten und Verletzten. Es wurden zahlreiche Rettungsfahrzeuge an den Unglücksort geschickt, eine Rauchwolke ist über der Stadt aufgestiegen.
Am Samstag jährt sich der Ausbruch der Revolution gegen Langzeitpräsident Husni Mubarak zum dritten Mal. Aus Furcht vor Anschlägen hatte die Übergangsregierung Sicherheitsvorkehrungen bereits erhöht. So stellten etwa die staatlichen Eisenbahnen am Donnerstag den Betrieb zwischen Oberägypten und Kairo ein. Das deutsche Auswärtige Amt rät Besuchern in den Großstädten des Landes am Wochenende in ihren Hotels zu bleiben.