Anschlag in Afghanistan Viele Tote bei Taliban-Angriff auf Gericht

Ihren Komplizen wurde gerade der Prozess gemacht, da schlugen die Taliban zu. Bei einem Angriff auf ein Gericht und Regierungsgebäude im Westen Afghanistans haben radikale Islamisten mindestens 34 Zivilisten und zehn Sicherheitskräfte getötet.


Herat/Kabul - Kämpfer der radikalislamischen Taliban haben in der westafghanischen Provinz Farah eine Gerichtsverhandlung in Herat gestürmt. Bei dem Angriff wurden laut übereinstimmenden Berichten der Nachrichtenagenturen AFP und Reuters mindestens 44 Menschen getötet.

Unter den Opfern sind zehn Sicherheitskräfte. Sechs Soldaten und vier Polizisten seien ums Leben gekommen, sagte der Vizesprecher des Innenministeriums in Kabul, Nadschib Danisch, der AFP. Auch neun Taliban seien bei der Attacke getötet worden. Über hundert Menschen sollen verletzt worden sein.

Offiziellen Angaben zufolge stürmten während des Prozesses gegen mehrere Aufständische fünf Extremisten das Gerichtsgebäude in der Region nahe der Grenze zu Iran. Mindestens einer der Angreifer habe sich selbst in die Luft gesprengt.

Unter Berufung auf einen Sprecher des Provinzgouverneurs berichten Agenturen auch von der Explosion einer Autobombe, weitere Angreifer hätten sich Schusswechsel mit Sicherheitskräften geliefert. Offenbar waren außer dem Gericht noch weitere Gebäude von dem Angriff betroffen, die Rede war von der Staatsanwaltschaft und einer privaten Bank.

Die Taliban bekannten sich zu dem Anschlag und erklärten zudem, die angeklagten Taliban-Kämpfer befreit zu haben. Ihnen hätte ein "grausamer" Prozess bevorgestanden.

heb/phw/dpa/AFP/AP/Reurers



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