Frankreich Anschlag auf Gasfabrik - mutmaßlicher Islamist festgenommen

Bei einem möglicherweise islamistischen Anschlag auf eine Gasfabrik in Frankreich gab es einen Toten und mehrere Verletzte. Angeblich wurde die Leiche eines enthaupteten Mannes entdeckt. Anti-Terror-Ermittler haben die Arbeit aufgenommen.


Frankreich wird erneut von einem Anschlag erschüttert, der möglicherweise islamistisch motiviert ist. In einem ostfranzösischen Ort wurde ein enthaupteter Mann entdeckt. Neben der Leiche soll eine islamistische Flagge gelegen haben. Wie Ermittler inzwischen offiziell bestätigen, hat es auf dem Gelände einer Gasfabrik zudem eine Explosion gegeben. Der Angriff ereignete sich in dem Ort Saint-Quentin-Fallavier, 30 Kilometer südöstlich von Lyon.

Es gab mindestens eine Festnahme, erklärte Frankreichs Präsident François Hollande. Der Mann sei mittlerweile identifiziert worden. Möglicherweise hat es laut Hollande noch einen zweiten Täter gegeben.

Bei dem Festgenommenen handelt es sich laut der Zeitung "Le Dauphine" um einen etwa 30-jährigen Mann, der Frankreichs Inlandsgeheimdienst bereits bekannt gewesen sein soll. Er habe sich nach Medienangaben möglicherweise zum "Islamischen Staat" bekannt. Anti-Terror-Ermittler wurden an den Tatort geschickt, die auf Terrorfälle spezialisierte Staatsanwaltschaft in Paris hat die Ermittlungen übernommen.

Bislang ist die Lage unübersichtlich, eine offizielle Bestätigung gab es auch für eine mögliche Verbindung zur Terrormiliz nicht. Allerdings ermittle man wegen Mordes und versuchten Mordes in Verbindung mit Terrorismus. Dies erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Paris am Mittag.

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Mann enthauptet: Anschlag erschüttert Frankreich
Der Tatverlauf ist noch nicht endgültig geklärt. Laut bisherigem Stand soll kurz vor 10 Uhr ein Auto mit zwei Personen auf das Gelände gefahren sein. Eine Theorie besagt, dass der oder die Täter mit dem Auto in einen der Gasbehälter auf dem Gelände gefahren seien. Das habe auch die Explosion ausgelöst.

Die Leiche des Mannes soll nicht auf dem Gelände, sondern "nahe" der Fabrik gefunden worden sein. Der Tote sei kein Mitarbeiter der Firma gewesen, hieß es aus Ermittlerkreisen. Bei der Fabrik soll es sich um die Anlage einer US-Firma handeln.

Gebiet abgeriegelt - Sicherheitschecks verschärft

Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve hat sich auf den Weg zum Tatort gemacht. Die Umgebung wurde inzwischen von Sicherheitskräften abgeriegelt.

Premierminister Manuel Valls ordnete als erste Reaktion erhöhte Sicherheitsvorkehrungen für die gesamte Region an. Die Behörden sollten in der ostfranzösischen Region Rhône-Alpes "sofort" die Sicherheitsvorkehrungen für Einrichtungen verstärken, die als gefährdet eingestuft werden könnten. Dies verlautete am Freitag aus dem Umfeld des Premiers.


jok/otr/Reuters/dpa/AP/AFP



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