Hagel-Besuch in Afghanistan Viele Tote bei Selbstmordanschlag in Kabul

In Kabul hat sich während des Besuchs des neuen US-Verteidigungsministers Chuck Hagel ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Mindestens neun Menschen sollen getötet worden sein. Der Attentäter zündete den Sprengsatz vor dem Verteidigungsministerium.


Kabul - In der afghanischen Hauptstadt Kabul hat sich am Samstag während des Besuchs des neuen US-Verteidigungsministers Chuck Hagel ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Der Anschlag ereignete sich vor dem afghanischen Verteidigungsministerium, danach war Schusswaffenfeuer zu hören, sagte ein Sprecher der internationalen Isaf-Truppe.

Der Attentäter habe seine Bombe etwa 30 Meter vom Tor des Ministeriums gezündet, sagte der Ministeriumssprecher. Ein Sprecher der Taliban bezeichnete den Anschlag als "Botschaft" an Hagel.

Hagel habe sich nicht in der Nähe befunden, sagte der Isaf-Sprecher. Nach Auskunft eines US-Militärvertreters hielt sich der Minister an einem sicheren Ort in einem Isaf-Gebäude auf. Der neue US-Verteidigungsminister war am Freitag in Kabul zu einem nicht angekündigten Besuch eingetroffen. Dort ist auch ein Treffen mit Präsident Hamid Karzai geplant.

Hagel war am Dienstag vergangener Woche vom US-Senat als neuer Verteidigungsminister bestätigt worden. Der 66-jährige Vietnam-Veteran folgt Leon Panetta nach, der Afghanistan in seiner knapp zweijährigen Amtszeit fünfmal besuchte.

Derzeit sind noch rund hunderttausend ausländische Soldaten am Hindukusch im Einsatz, davon gehören etwa 66.000 der US-Armee an. US-Präsident Barack Obama hatte im Februar in seiner Rede zur Lage der Nation angekündigt, innerhalb eines Jahres weitere 34.000 Soldaten heimzuholen. Der Großteil der Truppenreduzierung soll nach dem Ende der Kampfsaison im Spätherbst erfolgen.

Die USA und ihre Nato-Verbündeten haben mit der afghanischen Regierung vereinbart, bis Ende kommenden Jahres alle Kampftruppen aus Afghanistan abzuziehen. Derzeit verhandeln Washington und Kabul aber über eine Präsenz von US-Soldaten über 2014 hinaus, um afghanische Truppen auszubilden und notfalls in den Kampf gegen den Terrorismus einzugreifen.

jul/dpa/AFP/Reuters

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