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18. September 2013, 11:51 Uhr

Bundeswehrstandort Kunduz

Afghanische Aufständische erschießen Chef der Wahlkommission

Zwei Männer auf einem Motorrad eröffneten das Feuer: Bei einem Anschlag am Bundeswehrstandort Kunduz ist der Provinzchef der Wahlkommission getötet worden. Kurz zuvor hatte die Anmeldung zur Präsidentenwahl in Afghanistan begonnen.

Kunduz - Bewaffnete Angreifer haben am Mittwoch den Chef der örtlichen Wahlkommission in der nordafghanischen Provinz Kunduz getötet. Zwei Männer auf einem Motorrad hätten am Mittwochmorgen das Feuer auf Amanullah Aman in Kunduz-Stadt eröffnet, sagte ein Polizeisprecher.

Der Polizeichef der Provinz, Chalili Andarabi, bestätigte gegenüber SPIEGEL ONLINE den Vorfall. Aman sei eine halbe Stunde nach dem Attentat im Krankenhaus gestorben.

Aman habe zuvor mehrfach das Angebot der Polizei abgelehnt, ihm Leibwächter zu stellen. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Die Taliban hatten Anschläge auf Kandidaten und Wahlhelfer angekündigt.

Seit Montag können sich Bewerber für das Präsidentenamt in Afghanistan bei der Wahlkommission registrieren lassen. Die Wahl eines Nachfolgers von Präsident Hamid Karsai - der nach der Verfassung nicht erneut kandidieren darf - ist für den 5. April 2014 geplant.

Die Sicherheitslage in der Provinz Kunduz ist angespannt. Es wird befürchtet, dass die Wahl von Gewalt überschattet wird. Aman selbst hatte noch am Dienstag einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters gewarnt, dass die immer schlechtere Sicherheitslage in Afghanistan die geplante Präsidentenwahl gefährde.

Taliban-Chef Mullah Mohammed Omar hat im August öffentlich die Wahl verurteilt und erklärt, der Kampf werde weitergehen, bis die ausländischen Soldaten das Land verlassen hätten.

Die Bundeswehr will ihr Lager in Kunduz noch im Oktober an die Afghanen übergeben. Am Mittwoch wurde bekannt, dass die Deutschen in diesem Jahr bereits drei Luftangriffe gegen Aufständische veranlasst haben. In allen Fällen dienten die von US-Kampffliegern ausgeführten Luftschläge der Unterstützung der afghanischen Streitkräfte. Über die Zahl der getöteten Aufständischen gibt es nach Angaben des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr keine gesicherten Informationen. Zivilisten seien durch die Luftschläge nach den vorliegenden Erkenntnissen nicht geschädigt worden, erklärte ein Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa.

Vor anderthalb Wochen war ein Fall bekannt geworden. Die afghanische Armee war bei einem Angriff so stark unter Druck geraten, dass die Bundeswehr Luftunterstützung anfordern musste und Aufständische von einem US-Jet bombardieren ließ. Die zwei weiteren Vorfälle ereigneten sich im März und Mai.

Shoib Najafizada/fab/dpa/Reuters

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