Reaktionen auf Anschlag "Feige Attacke auf unschuldige Londoner"

Entsetzt haben sich Politiker aus Großbritannien und dem Ausland nach dem Anschlag in London gezeigt. Auch Donald Trump sprach sein Beileid aus - aber warb mit der Attacke für sein Einreisedekret.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan (Archivbild)
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Londons Bürgermeister Sadiq Khan (Archivbild)


Der schnelle Überblick
    • Auf der London Bridge sind am Samstagabend drei Attentäter mit einem Transporter in eine Menschengruppe gefahren. Danach liefen sie zum nahe gelegenen Borough Market weiter. Dort griffen sie Menschen in Bars und Restaurants an.
  • • Bewaffnete Polizisten erschossen im Borough Market drei Attentäter. Die Angreifer hatten zuvor sieben Menschen getötet, mindestens 48 wurden verletzt, darunter zwei Deutsche.
• Premierministerin Theresa May spricht von islamistischem Terror. Das britische Antiterrorkommando hat die Ermittlungen übernommen. Die Fakten im Überblick.

Bei einem Terroranschlag in London sind in der Nacht zum Samstag mindestens sieben Menschen getötet worden. Premierministerin Theresa May sprach schon am frühen Morgen von einem potenziellen Terrorakt. "Ich möchte den Polizei- und Rettungskräften meine große Dankbarkeit ausdrücken. Unsere Gedanken sind bei denen, die von den entsetzlichen Vorfällen betroffen sind", sagte May. Für Sonntag berief sie eine Krisensitzung des höchsten britischen Sicherheitsgremiums in London ein.

Labour-Chef Jeremy Corbyn hat auf Twitter seine Bestürzung ausgedrückt. Seine Gedanken seien mit den Opfern und ihren Familien, schrieb er weiter und bedankte sich bei allen Einsatzkräften.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan verurteilte den Anschlag als "feige Terrorattacke" auf unschuldige Londoner und Besucher. Er schrieb in der Nacht zu Sonntag auf Twitter: Es gebe keine Rechtfertigung für die "barbarische" Attacke. Khan rief alle Menschen in London auf, wachsam zu bleiben. Die britische Innenministerin Amber Rudd nannte den Anschlag "entsetzlich". Sie sei in Gedanken bei den Opfern und allen Betroffenen.

Auch der britische Muslimenverband MAB verurteilte die Attacke. "Als Mitglieder der Britischen Gesellschaft müssen wir weiterhin alle Terrorakte verurteilen", sagte der MAB-Vorsitzende Dr Omer El-Hamdoonin am Sonntagmorgen. "Wir dürfen diesen Kriminellen nicht erlauben, Hass und Angst zu verbreiten. Wir müssen ihre Versuche vereiteln, uns zu spalten."

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Terroranschlag: Großeinsatz in der Londoner Innenstadt

US-Präsident Donald Trump drückte May telefonisch sein Beileid aus. Er bot die volle Unterstützung der US-Regierung bei der Untersuchung an sowie bei den Bemühungen, die Verantwortlichen für diese abscheulichen Angriffe zur Rechenschaft zu ziehen, wie das Weiße Haus mitteilte. Schon zuvor hatte er Großbritannien die Unterstützung seines Landes über Twitter zugesagt: "Was auch immer die Vereinigten Staaten tun können, um in London und im Vereinigten Königreich zu helfen, wir werden da sein."

Trump nutzte die Attacke aber auch, um für sein umstrittenes Einreiseverbot für Menschen aus mehrheitlich muslimischen Ländern zu werben. In einem ersten Tweet kurz nach der Nachricht über die Vorfälle hatte Trump betont, dass die USA "smart, wachsam und hart" sein müssten. So brauche das Land als eine zusätzliche Schutzmaßnahme die von ihm verfügten - und von Gerichten blockierten - Einreiseverbote, schrieb Trump. Trump forderte: "Die Gerichte müssen uns unsere Rechte zurückgeben!"

Der russische Präsident Wladimir Putin teilte Premierministerin May mit, angesichts des Anschlags sollten die gemeinsamen Anstrengungen zur Bekämpfung des Terrorismus verstärkt werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich bestürzt. "Ich denke in diesen Stunden in Anteilnahme und Solidarität an unsere britischen Freunde und an alle Menschen in London", sagte die Kanzlerin in einer verbreiteten Erklärung. "Meine Gedanken sind bei den Opfern des Anschlags und ihren Familien." Sie wünschte den Verletzten eine baldige Genesung. "Wir sind heute über alle Grenzen hinweg im Entsetzen und der Trauer vereint, aber genauso in der Entschiedenheit." Die Kanzlerin bekräftigte, dass Deutschland im Kampf gegen jede Form von Terrorismus "fest und entschlossen" an der Seite Großbritanniens stehe.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erklärte. "Die Kaltblütigkeit, mit der die Täter Passanten in London attackiert haben, ist verabscheuenswürdig und lässt uns in Trauer zusammenstehen." Auch Außenminister Sigmar Gabriel reagierte bestürzt: "Einmal mehr ist Großbritannien vom Terror getroffen worden, einmal mehr war der Anschlag auf Menschen gerichtet, die einfach nur einen vergnüglichen Abend verbringen wollten."

Ähnlich äußerte sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Sein Land stehe an der Seite Großbritanniens. Macron sprach in der Nacht zu Sonntag auf Twitter von einer "neuen Tragödie". "Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien."

Auch US-Sängerin Ariana Grande sagte, nach dem Anschlag bete sie für London. Vor knapp zwei Wochen hatte ein Selbstmordattentäter nach dem Ende eines ihrer Konzerte in Manchester 22 Menschen mit in den Tod gerissen. An diesem Sonntag gibt Grande mit einem riesigen Staraufgebot ein Benefizkonzert für die Opfer in der nordenglischen Stadt. Auch Katy Perry und Coldplay werden bei "One Love Manchester" auftreten.

max/dpa/Reuters



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