Anschlag in Manchester Polizei nimmt weiteren Verdächtigen fest

Eine weitere Festnahme und Hausdurchsuchungen: Bei der Fahndung nach Hintermännern des Manchester-Anschlags gibt es offenbar weitere Verdächtige. Zwei zuvor Festgenommene ließ die Polizei wieder laufen.

Polizisten im Stadtteil Moss Side
REUTERS

Polizisten im Stadtteil Moss Side


Bei den Ermittlungen zum Anschlag auf ein Popkonzert in Manchester rücken die Stadtteile Moss Side und St. Helens in den Fokus. Dort wurden am Freitagmorgen zwei Häuser durchsucht, wie die Polizei mitteilte. Zuvor hatten die Beamten ebenfalls in Moss Side einen weiteren Verdächtigen festgenommen. Die Festnahme stehe "in Zusammenhang mit dem Anschlag vom Montag", hieß es.

Die Durchsuchung habe nicht am Ort der Festnahme stattgefunden, sondern in einem anderen Gebäude, teilte die Polizei weiter mit. Zwei zuvor festgenommene Männer wurde hingegen wieder freilassen. Gegen sie werden nach Polizeiangaben keine Anschuldigungen mehr erhoben. Es soll sich dabei um einen 16-Jährigen aus dem Vorort Withington und eine 34-Jährige aus dem Stadtteil Blackley handeln.

Für den Anschlag auf ein Popkonzert wird der 22-jährige Salman Abedi, ein libyschstämmiger Brite, verantwortlich gemacht. Er starb bei dem Selbstmordattentat. Insgesamt wurden 22 Menschen getötet und mehr als 70 weitere verletzt.

Spannungen zwischen Briten und US-Amerikanern

Derzeit befinden sich insgesamt acht Verdächtige in Polizeigewahrsam, die in Verbindung zu der Tat stehen sollen. Dabei handelt es sich um Männer zwischen 18 und 38 Jahren. Was genau ihnen zur Last gelegt wird, teilte die Polizei bislang nicht mit. In Libyen waren zudem Abedis Vater und Bruder festgenommen worden.

Der Umgang mit Informationen zu dem Attentat hatte zu Spannungen zwischen britischen und amerikanischen Behörden geführt. Viele sensible Ermittlungsdetails - von Fotos des Zünders bis zu biografischen Angaben des Attentäters - wurden offenbar durchgestochen und so in amerikanischen Zeitungen veröffentlicht.

In London glaubt man, dass die sensiblen Informationen auf britische Ermittlungsakten zurückgehen, die die Sicherheitsbehörden mit ihren amerikanischen Partnern teilten. Der US-Präsident betonte in einer Erklärung hingegen, die Durchstechereien seien "sehr beunruhigend". Inzwischen haben die britischen Behörden signalisiert, dass sie weiter bereit sind, Informationen dazu auszutauschen.

vks/dpa/AFP



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