Nach Anschlag in New York Trump fordert strengere Einwanderungsgesetze

Drei Menschen wurden bei einem Anschlag in New York verletzt, die Suche nach dem Motiv des Täters dauert an. Wenige Stunden nach der Explosion nutzt der US-Präsident den Vorfall für seine Agenda.

Polizist in der Nähe des Tatorts in New York
AFP

Polizist in der Nähe des Tatorts in New York


US-Präsident Donald Trump hat nach dem Anschlag in New York strengere Regeln für die Einwanderung gefordert. Der Kongress müsse das "laxe Einwanderungssystem reformieren, das es viel zu vielen gefährlichen und unzureichend überprüften Menschen ermöglicht, in unser Land zu gelangen", erklärte er wenige Stunden nach der Explosion.

Trump verlangte mehr Personal für die Einwanderungsbehörden sowie möglichst harte Strafen für Terrorverdächtige, "bis hin zur Todesstrafe". Zudem müsse der Familiennachzug für Einwanderer abgeschafft werden: Der Attentäter von New York habe von dieser Regelung profitiert, er sei durch ein Familienvisum in die USA eingereist. Der Mann stammt laut Polizeiangaben aus Bangladesch.

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New York: Explosion in Manhattan

Der 27 Jahre alte Mann hatte am Montagmorgen zur Hauptverkehrszeit versucht, sich im Stadtzentrum von New York in die Luft zu sprengen. Bei dem Sprengsatz habe es sich um eine Art Rohrbombe gehandelt, die der Mann an seinem Körper getragen habe, sagte der Gouverneur von New York, Andrew Cuomo. Es sei eine amateurhaft zusammengebaute Konstruktion gewesen.

Bei der Detonation wurden drei Passanten leicht verletzt. Der Täter erlitt Brand- und Schnittverletzungen an Händen und Oberkörper. Er wurde festgenommen. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio sprach vom "Versuch eines terroristischen Anschlags".

Video zur Explosion in Manhattan:

Wie die "New York Times" berichtete, gab der Mann bei einer Vernehmung an, er habe mit der Tat die US-Luftangriffe auf die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) rächen wollen. Anschlagspläne auf weihnachtliche Ziele in Europa seien sein Vorbild gewesen, den Tatort habe er wegen der dort aufgehängten Weihnachtsplakate ausgesucht.

Gouverneur Cuomo sagte dem Sender CNN, der Täter sei "nicht wirklich Teil eines anspruchsvollen Netzwerkes" gewesen: "Anscheinend ist er ins Internet gegangen und hat Informationen heruntergeladen, wie man eine Bombe baut." New York sei ein Symbol für Freiheit und Demokratie. "Das macht uns zu einem Ziel", sagte Cuomo mit Blick auf mögliche Terroranschläge. "Das ist die Realität New Yorks."

aar/dpa/AFP



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XavierBurdain 12.12.2017
1. und wann endet diese Posse?
Wann beenden meine geschätzten amerikanischen Freunde diese Posse und wählen zur Abwechslung eine/n echte/n Präsident/in? Trumps Entscheidungen sind unerträglich. Leider gibt es noch genügend Wähler die solche Fehlentscheidungen beklatschen. Es heißt also weiterhin abwarten bis auch Trumps Anhängerschaft in den USA u. Deutschland aufwacht. Mit diesen Entscheidungen bekommt man den Terror nicht in den Griff. Eher das Gegenteil ist der Fall. Man spornt die Terroristen an.
mustermann76 12.12.2017
2. Terror nur durch Muslime?
Es ist wirklich gruselig welche Blüten die grassierende Fremden und islameindlichkeit treibt. Wenn ein verückter Moslem aus Bangladesch eine Bombe baut und drei leute verletzt ist das Terror und neue Gesetze gegen böse Ausländer müssen her. Wenn ein verrückter Amerikaner zig Landsleute erschiesst, wie kürzlich in einer Kirche in texas oder in las Vegas mit über 50 Toten, dann ist das ein tragischer Unfall ohne jegliche Konsequenzen. Die Debatte ist dermaßen verlogen dass man wirklich nicht mehr weiß was man dazu noch sagen soll.
captain_chaos 12.12.2017
3. Trump mal wieder
Wasmist mit den Millionen Waffenbesitzern, wo sie noch die Waffengesetze lockern wollen? Die letzten beiden Vorfälle mit Waffen haben mehr Menschenleben gekostet aber der Verkauf geht weiter von einem Rekord zum nächsten und jeder Idiot, sogar Blinde kann sich eine kaufen und wird nicht mal annähernd so streng kontrolliert wie ein Tourist, der in die USA einreisen möchte!
Mr.Tom 12.12.2017
4. Übersetzungsfehler?
"Trump verlangte mehr Personal für die Einwanderungsbehörden sowie möglichst harte Strafen für TerrorVERDÄCHTIGE, "bis hin zur Todesstrafe" Hat Trump wirklich die Bestrafung von einer Straftat VERDÄCHTIGEN(!) Person gefordert, oder handelt es sich hierbei um einen Übersetzungsfehler? Ich bin davon ausgegangen, dass auch in den USA eine Tatüberführung erforderlich ist.
power.piefke 12.12.2017
5. USA unter trump Rechtsstaat?
"sowie möglichst harte Strafen für Terrorverdächtige, "bis hin zur Todesstrafe"......... was hat das mit den westlichen Werten zu tun? Was mit Rechtsstaat? in anderen Ländern heißt das Willkür oder terrorregime....
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