Selbstmordanschlag Polizei erschießt Attentäter in Südrussland

Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Polizeistation im Nordkaukasus wurden mehrere Angreifer getötet. Das russische Innenministerium versetzte die regionalen Sicherheitskräfte in erhöhte Alarmbereitschaft.


In einer Ortschaft in der Nordkaukasusregion haben mehrere Attentäter eine ländliche Polizeistation angegriffen, offenbar ohne größeren Schaden anzurichten.

Wie das russische Innenministerium mitteilt, habe es sich bei mindestens einem der Angreifer um einen Selbstmordattentäter gehandelt. Zwei weitere seien erschossen worden, sagte ein Ministeriumssprecher der Nachrichtenagentur Reuters.

Zunächst war unklar, ob es sich um drei oder vier Attentäter gehandelt hatte, und wie viele sich mit Sprengladungen selbst töteten. Das Attentat ereignete sich in der Region Stawropol, meldete die russische Nachrichtenagentur Interfax. Laut Innenministerium wurde für die regionalen Polizeikräfte der "Festungsplan" ausgerufen, eine Art militärischer Alarmbereitschaft.

Die nahegelegene Kaukasusregion gilt als Unruheherd: In der Region kämpfen Islamisten seit Jahren für ein von Moskau unabhängiges "Emirat". Die Sicherheitsbehörden vermuten, dass sich mehr als 2000 russische Staatsbürger der Terrormiliz "Islamischer Staat" angeschlossen haben. Sie befürchten Anschläge durch Rückkehrer.

In Tschetschenien hatten Ende der Neunzigerjahre islamistische Rebellen die Abspaltung des Landes von Russland betrieben. Russland führte daraufhin einen verlustreichen Feldzug gegen die islamistischen Kämpfer, gewährte einige Autonomierechte und installierte mit Ramsan Kadyrow eine Moskau-treuen Präsidenten in der russischen Teilrepublik.

cht/Reuters/dpa



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