Anschlag im Zentrum Tel Avivs Israel will härter gegen Terroristen vorgehen

Zwei palästinensische Attentäter haben in Tel Aviv mindestens vier Menschen erschossen. Israels Ministerpräsident Netanyahu kündigt ein hartes Durchgreifen an - und die Hamas weitere Anschläge.
Anschlag im Zentrum Tel Avivs: Israel will härter gegen Terroristen vorgehen

Anschlag im Zentrum Tel Avivs: Israel will härter gegen Terroristen vorgehen

Foto: Lior Mizrahi/ Getty Images

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat nach dem tödlichen Anschlag in Tel Aviv in der Nacht zum Donnerstag "eine Serie von offensiven und defensiven Schritten" gegen Terroristen angekündigt. "Dies ist eine Herausforderung und wir werden ihr gerecht werden", zitiert die Zeitung "Times of Israel " aus einer Mitteilung Netanyahus.

Er versprach demnach ein entschlossenes Handeln von Polizei, Streitkräften und Sicherheitsbehörden, um alle Mittäter zu finden und künftige Anschläge zu verhindern. "Das war ein kompliziertes Unterfangen, ein kaltblütiger Mord von kriminellen Terroristen."

Noch in der Nacht war Netanyahu zum Anschlagsort im Stadtzentrum gekommen. Zwei palästinensische Attentäter hatten dort im Einkaufsviertel Sarona-Park wahllos auf Passanten geschossen. Mindestens vier Menschen wurden getötet, mindestens sechs weitere verletzt. Die Polizei konnte beide Angreifer festnehmen, einer von ihnen wurde dabei verletzt und ist nun zur Behandlung im Krankenhaus.

Der auch bei Touristen beliebte Sarona-Park liegt direkt gegenüber vom israelischen Verteidigungsministerium und Armeehauptquartier. Netanyahu wurde nun von Polizeiminister Gilad Erdan sowie vom neuen, ultrarechten Verteidigungsminister Avigdor Lieberman begleitet.

Fotostrecke

Israel: Attentat im Herzen von Tel Aviv

Foto: Lior Mizrahi/ Getty Images

Hamas droht mit weiteren Anschlägen

Die im Gazastreifen herrschende radikalislamische Hamas lobte den Anschlag in Tel Aviv. Er sei eine Antwort auf die "israelischen Verbrechen" gegen die Palästinenser im Westjordanland und im Gazastreifen, zitiert die "Times of Israel" aus einer Mitteilung von Hussam Bardan. Der Hamas-Sprecher erwähnt darin explizit Lieberman, "der unsere Leute beleidigt und bedroht hat". Die Organisation kündigte weitere Anschläge im muslimischen Fastenmonat Ramadan an.

In einer Erklärung Liebermans heißt es: "Wir haben nicht vor, diese Situation zu akzeptieren." Die Terroristen würden zur Rechenschaft gezogen werden.

Lieberman hatte sich in der Vergangenheit immer wieder für ein härteres Vorgehen gegen die Palästinenser stark gemacht und Netanyahus Sicherheitspolitik als "zu lasch" kritisiert. Lieberman hatte beispielsweise gefordert, im Umgang mit der Hamas solle Israel so verfahren "wie die USA mit den Japanern im Zweiten Weltkrieg".

"Morgen geht hier das Leben wie immer weiter"

Israelischen Medienberichten zufolge soll es sich bei den Attentätern von Tel Aviv um Cousins aus dem Dorf Yatta handeln. Die Zeitung berichtet, israelische Streitkräfte hätten den Ort in der Nähe von Hebron im Westjordanland noch in der Nacht umstellt.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Der Bürgermeister von Tel Aviv mahnte zur Ruhe. "Morgen geht hier das Leben wie immer weiter", sagte er. "Tel Aviv ist und bleibt das Symbol des normalen Lebens."

Im krassen Gegensatz dazu stehen die Aufnahmen der Überwachungskameras am Anschlagsort, mehrere TV-Sender haben die Bilder inzwischen veröffentlicht . Zu sehen sind zwei Attentäter, die um sich schießen und Passanten, die in Panik fliehen.

In einer Stellungnahme des US-Außenministeriums hieß es: "Die Vereinigten Staaten verurteilen den schrecklichen Terroranschlag in Tel Aviv aufs Schärfste." Solch feige Angriffe auf unschuldige Zivilisten seien niemals zu rechtfertigen.

aar/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.