Anschlag auf Militärkonvoi Taliban töten 20 Soldaten in Pakistan

Nach dem schweren Attentat in Kabul haben die Taliban auch in Pakistan zugeschlagen. Bei einem Bombenanschlag auf einen Militärkonvoi kamen mindestens 20 Soldaten ums Leben. Ministerpräsident Nawaz Sharif sagte die Reise zum Weltwirtschaftsforum ab.
Pakistanischer Polizist an der Straße zum Anschlagsort: 20 Soldaten starben

Pakistanischer Polizist an der Straße zum Anschlagsort: 20 Soldaten starben

Foto: Ijaz Muhammad/ AP/dpa

Islamabad - Bei einem Anschlag auf einen Militärkonvoi sind am Sonntag im Nordwesten Pakistans mindestens 20 Soldaten getötet worden. Zudem gab es 30 Verletzte, teilten Regierungsstellen mit. Der Sprengsatz sei in Bannu in der Provinz Khyber-Pakhtunkhwa explodiert. Zu der Tat bekannten sich die Taliban. "Die Armee ist unser Feind. Wir werden noch viel mehr solcher Anschläge verüben", erklärte ein Sprecher der Taliban.

Der Anschlag war einer der folgenschwersten auf pakistanische Sicherheitskräfte seit Monaten. Ministerpräsident Nawaz Sharif verurteilte die Tat und sagte seine Reise zum Weltwirtschaftsforum in Davos in der kommenden Woche ab. Die pakistanischen Taliban hatten Ende vergangenen Jahres angekündigt, ihre Anschläge auf Sicherheitskräfte zu verschärfen. Erst am Donnerstag waren acht Menschen bei einem Bombenanschlag auf eine Moschee in Peschawar ums Leben gekommen.

Nach Angaben aus dem Militär wurde die Bombe in einem Fahrzeug platziert, das vor Ort angemietet worden sei, um Einheiten paramilitärisch organisierter Grenzschützer in das Stammesgebiet Nord-Waziristan an der Grenze zu Afghanistan zu bringen. Die Fahrzeugkolonne hatte sich in einer Kaserne gesammelt. Nach ersten unbestätigten Berichten wollten die Soldaten gerade losfahren, als der Sprengsatz detonierte. Viele der Opfer seien schwer verletzt worden.

Nord-Waziristan ist eine Hochburg der pakistanischen Taliban (TTP). Zuletzt gab es dort im Dezember einen größeren Schlagabtausch mit der Armee. Eine Taliban-Gruppe teilte nach einem Angriff auf einen Kontrollpunkt mit, dieser sei ein Racheakt für den Tod von TTP-Chef Hakimullah Mehsud gewesen. Mehsud war im vergangenen Jahr bei einem US-Drohnenbeschuss getötet worden. Der neue TTP-Chef Mullah Fazlullah lehnt ein Angebot der Regierung zu Friedensgesprächen ab.

Afghanistan: Anschlag in Kabul das Werk von Geheimdiensten

Zugleich hat in Afghanistan die Regierung "ausländische Geheimdienste" für den Anschlag mit 21 Toten in der Hauptstadt Kabul verantwortlich gemacht. Der von Staatspräsident Hamid Karsai geleitete Nationale Sicherheitsrat erklärte am Sonntag, "solch ausgeklügelte Attacken" seien nicht das Werk gewöhnlicher Taliban-Rebellen. Sie würden vielmehr "zweifellos" von Geheimdiensten "jenseits der Grenze" verübt - offenbar eine Anspielung auf Pakistan.

Auch hier hatten sich Taliban sich zu dem Anschlag bekannt und erklärt, er sei die Vergeltung für einen US-Luftangriff in der Provinz Parwan mit zahlreichen zivilen Opfern. Der Angriff auf ein bei Diplomaten, Beratern und Mitarbeitern von Hilfsorganisationen beliebtes Restaurant ereignete sich am Freitagabend. Unter den Toten waren 13 Ausländer, darunter vier Uno-Mitarbeiter. Deutsche waren offenbar nicht unter den Opfern.

abl/dpa/Reuters/AFP
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