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Terroranschlag von Bengasi: FBI sucht Informanten

Foto: AFP PHOTO / FBI

Anschlag von Bengasi FBI sucht drei Männer

Der Anschlag von Extremisten auf das amerikanische Konsulat im libyschen Bengasi schreckte vergangenes Jahr die USA auf. Nun verfolgt das FBI offenbar eine heiße Spur: Die Ermittler suchen drei Männer, die Informationen liefern könnten.

Tripolis - Das FBI hat auf seiner Website Fotos von drei Männern veröffentlicht , die im Zusammenhang mit dem tödlichen Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi gesucht werden: Die Bilder sind etwas unscharf, deutlich erkennbar ist jedoch, dass die Gesuchten Waffen tragen.

Die Namen der drei Männer werden nicht genannt. In dem Aufruf werden sie nicht als Verdächtige bezeichnet, sondern als "Personen, die zusätzliche Informationen zu dem Angriff liefern könnten". Sie seien vor Ort gewesen, als das Konsulat im vergangenen Jahr attackiert wurde.

Am 11. September 2012 hatten Extremisten aus einer Demonstration heraus das Feuer auf das Konsulat eröffnet. Der US-Botschafter Chris Stevens und drei weitere Amerikaner starben.

US-Präsident Barack Obama hatte sich von Journalisten und von politischen Gegnern fragen lassen müssen, weshalb der Botschafter in Bengasi nicht ausreichend geschützt worden war. Eine unabhängige Untersuchungskommission machte dem US-Außenministerium Monate später große Vorwürfe: Demnach gab es beim Konsulat schwere Sicherheitslücken. Im Januar verteidigte die damalige Außenministerin Hillary Clinton vor dem Außenausschuss des US-Senats mehr als vier Stunden ihre Rolle in der Bengasi-Affäre gegen massive Kritik der Republikaner. Sie übernahm zugleich die Verantwortung für Sicherheitsmängel.

Inzwischen geht man davon aus, dass es sich nicht um einen spontanen Gewaltausbruch handelte, sondern dass Terroristen aus dem Umfeld von al-Qaida die Protestaktion gezielt nutzten, um US-Diplomaten zu töten. Nach dem Angriff hatten fast alle westlichen Staaten ihre Konsulate in der östlichen Hafenstadt geschlossen. Das Auswärtige Amt rief im Januar alle Deutschen auf, Bengasi umgehend zu verlassen.

In Libyen bleibt die Sicherheitslage fragil. Vergangene Woche wurde die französische Botschaft in der Hauptstadt Tripolis Ziel eines Angriffs. Eine Autobombe explodierte vor dem Gebäude. Zwei Wachleute wurden verletzt. Frankreichs Präsident François Hollande verurteilte die Tat "aufs Schärfste". Diese Tat ziele auf alle Länder, "die im Kampf gegen den Terrorismus engagiert sind".

Nach dem Ende der Ära des früheren Machthabers Muammar al-Gaddafi sollen in Libyen in diesem Jahr die ersten echten Parlamentswahlen stattfinden. Gaddafi war am 20. Oktober 2011 auf der Flucht gefasst und getötet worden. Frankreich hatte den internationalen Militäreinsatz zum Sturz des Despoten zusammen mit Großbritannien maßgeblich vorangetrieben.

kgp/dpa
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