Anschlagsserie im Irak Zahl der Toten erhöht sich auf 86

Bei den bislang schwersten Bombenanschlägen im Irak seit dem Rückzug der US-Truppen sind mindestens 86 Menschen getötet und mehr als 300 verletzt worden. Sieben Explosionen erschütterten die Hauptstadt Bagdad - die Attentäter schlugen in Wohngebieten zu, auch mehrere Ministerien wurden getroffen.

Zerstörtes Gebäude in Bagdad: Sieben Explosionen erschüttern die irakische Hauptstadt
AP

Zerstörtes Gebäude in Bagdad: Sieben Explosionen erschüttern die irakische Hauptstadt


Bagdad - Die Zahl der Todesopfer bei der jüngsten Terrorserie im Irak hat sich auf 86 erhöht. Mehr als 300 Menschen wurden Polizeiangaben zufolge verletzt. Die Serie von sieben koordinierten Explosionen begann kurz nach 10.00 Uhr (Ortszeit) in der Nähe des Finanzministeriums im Norden von Bagdad, wenige Minuten später wurde unweit des Außenministeriums an der stark gesicherten Grünen Zone eine Autobombe gezündet. Dies war auch die folgenschwerste Explosion.

Dazu erschütterten noch fünf weitere Bomben, die sich auch gegen Soldaten und Polizisten richteten, die irakische Hauptstadt. Das zehnstöckige Außenministerium wurde bei dem Anschlag schwer beschädigt. Auch angrenzende Gebäude wurden getroffen, Dutzende Autos gerieten in Brand, wie Bilder der Fernsehnachrichtenagentur APTN zeigten. Auch die Scheiben des in der Grünen Zone gelegenen Parlaments zerbarsten.

Der Anschlagsserie vom Mittwoch war schon eine Reihe von Angriffen in den vergangenen Tagen vorausgegangen. Diesen fielen mehr als 200 Menschen zum Opfer, Hunderte weitere erlitten Verletzungen.

Abzug der Kampftruppen

Die Anschläge sind ein harter Rückschlag für die Hoffnungen der irakischen Regierung, dass allmählich wieder Normalität einkehrt. Betonbarrieren wurden schon entfernt, Mauern um Stadtviertel eingerissen, der Verkehr begann wieder normal zu fließen.

Im Irak stellt sich damit immer mehr die Frage, ob die einheimischen Sicherheitskräfte allein die Lage in den Griff bekommen können, nachdem sich die US-Truppen am 30. Juni aus den großen Städten zurückgezogen haben. US-Präsident Barack Obama will die Kampftruppen bis zum 31. August 2010 ganz aus dem Irak abziehen. Zurück bleiben 50.000 Soldaten, die sich vorwiegend um die Ausbildung der irakischen Sicherheitskräfte kümmern sollen.

amz/AFP



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Emil Peisker 29.06.2009
1.
Zitat von sysopDie letzten US-Truppen verlassen die Städte im Irak. Wie sehen Sie die Zukunft des Landes?
Sie sind ja noch im Irak. Und bei größeren Verwerfungen dürfen sie auch eingreifen, wenn die Iraker sie bitten. Wenn Sie das land komplett verlassen haben, wird sichtbar, ob die neue irakische Armee das Heft in der Hand hat. Hoffentlich, kann ich da nur sagen.
nahal, 29.06.2009
2.
Zitat von sysopDie letzten US-Truppen verlassen die Städte im Irak. Wie sehen Sie die Zukunft des Landes?
hoffnungsvoll. eine hoffnung, die vor 6 jahren nicht vorhanden war. es liegt jetzt am irakischen volk und nicht mehr an einen despoten. und von innen wäre diese änderung, leider, nicht gekommen.
elandy 29.06.2009
3.
Zitat von nahalhoffnungsvoll. eine hoffnung, die vor 6 jahren nicht vorhanden war. es liegt jetzt am irakischen volk und nicht mehr an einen despoten. und von innen wäre diese änderung, leider, nicht gekommen.
aha und woher wollen sie das wissen? oder ist das nur eine plumpe Rechtfertigung für den US-Angriff?
atzlan 29.06.2009
4.
Zitat von nahalhoffnungsvoll. eine hoffnung, die vor 6 jahren nicht vorhanden war. es liegt jetzt am irakischen volk und nicht mehr an einen despoten. und von innen wäre diese änderung, leider, nicht gekommen.
Wirklich interessant, worauf Sie hoffen: "Wenn das so weitergeht, haben die Amerikaner es immerhin geschafft, im Mittleren Osten eine islamische Militärdiktatur zu etablieren." http://www.zeit.de/2008/52/Irak-Reportage?page=1 (S.3)
SaT 29.06.2009
5.
Zitat von nahalhoffnungsvoll. eine hoffnung, die vor 6 jahren nicht vorhanden war. es liegt jetzt am irakischen volk und nicht mehr an einen despoten. und von innen wäre diese änderung, leider, nicht gekommen.
Wenn es denn so wäre – wäre dies in Ihren Augen Hunderttausende von Toten wert? Auch dann wenn es sich bei diesen Toten um Ihre Angehörigen handeln würde? Im Iran tut sich gerade etwas von innen. Einmischung von außen würde dort nur schaden. Übrigens tat sich auch in Mittel und Osteuropa vor 20 Jahren etwas von innen genauso wie in Spanien in den 70'er.
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