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27. Mai 2015, 22:38 Uhr

Panne im Labor

Militär schickt lebende Anthrax-Bakterien quer durch die USA

US-Labore sollten Anthrax untersuchen - doch statt inaktiver Proben schickte das Militär offenbar lebende Bakterien in neun Bundesstaaten und nach Südkorea. Das Pentagon untersucht den Vorfall.

Mitarbeiter des US-Militärs haben Anthrax-Proben mit lebenden Bakterien an private Labore in neun Bundesstaaten geschickt. Zudem seien die Milzbrand-Erreger zu einer US-Basis in Südkorea geschickt worden, teilte das Pentagon mit.

Demnach waren die Proben für Forschungszwecke bestimmt und hätten eigentlich inaktiv sein sollen. Die Milzbrand-Erreger seien nun jedoch gesichert.

Das Pentagon bestätigte, dass der Vorfall untersucht werde. Es bestehe kein gesundheitliches Risiko für die Öffentlichkeit. Es würden allerdings vier Labormitarbeiter vorsorglich behandelt. Bislang zeige aber niemand Krankheitssymptome.

Bei Anthrax handelt es sich um das Bacillus anthracis, ein stäbchenförmiges Bakterium, das im Tierreich weit verbreitet ist. Die Bakterien gelten auch als Biowaffe, weshalb die US-Regierung sie laufend erforscht, um Abwehrmittel zu finden.

Beim Lungenmilzbrand kommt es zu anfänglichen Beschwerden, die einem grippalen Infekt ähneln. Schlimmstenfalls folgen eine Sepsis und das Versagen von Lunge und dem Herz-Kreislauf-System. Bei einer Infektion des Magen-Darm-Trakts kann es bei fortgeschrittener Krankheit zu blutigem Durchfall kommen, der mit Antibiotika schwer zu behandeln ist.

brk/syd/Reuters

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