Anti-Castro-Treffen Kuba duldet historische Dissidenten-Konferenz

Vorab wurden europäische Parlamentarier des Landes verwiesen, die teilnehmen wollten - der Auftakt einer Dissidentenkonferenz auf Kuba aber ist ungestört verlaufen. Es ist das erste Mal seit den sechziger Jahren, dass das Castro-Regime eine größere Versammlung Oppositioneller zulässt.


Havanna - Unter den Ausgewiesenen war auch der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Arnold Vaatz. Die Eröffnung der "Versammlung zur Förderung der Zivilgesellschaft" verlief am Abend jedoch ungestört. Organisatorin Martha Beatriz Roque erklärte, es sei die erste derartige Konferenz seit Amtsantritt von Staatschef Fidel Castro vor 46 Jahren. Rund 200 Dissidenten nahmen teil.

Ziel des Treffens ist es, verschiedene Oppositionsgruppen zusammenzubringen, um über Wege zur Demokratisierung des Landes zu diskutieren. Der letzte Versuch, eine solche Konferenz zu organisieren, war 1995 gescheitert, weil die Behörden vorab 50 Dissidenten festnahmen.

Bush-Botschaft abgespielt

Diktator Castro: Zeichen der Liberalisierung oder der Schwäche?
AP

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Bei der Veranstaltung wurde eine Botschaft von US-Präsident George W. Bush per Tonband eingespielt. "Ich habe eine Botschaft für die, die sich heute in Kuba zum Protest versammeln: Während Sie für die Freiheit Ihres Landes kämpfen, steht das amerikanische Volk hinter Ihnen", hieß es darin.

Die Ausweisung der Europäer löste in deren Heimatländern und der EU Proteste aus. Außenminister Joschka Fischer verurteilte das Vorgehen entschieden. Der kubanische Botschafter wurde ins Berliner Auswärtige Amt zitiert und mit Nachdruck um "nähere Aufklärung des Vorfalls gebeten". Der CDU -Außenpolitiker Friedbert Pflüger forderte, die erst im Januar von der EU aufgehobenen Sanktionen gegen das kommunistische Land müssten wieder in Kraft gesetzt werden.



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