Letzte Rede zur nationalen Sicherheit Obama warnt Trump vor Invasionen

In seiner letzten Rede als Präsident zur nationalen Sicherheit warnte Barack Obama seinen Nachfolger davor, im Kampf gegen den Terror auf Invasionen zu setzen. Und Donald Trump versprach, genau dies nicht zu tun.

REUTERS

Im Wahlkampf hat Donald Trump die Anti-Terror-Strategie von Barack Obama als zu schwach kritisiert. In der letzten großen Rede seiner Amtszeit zur nationalen Sicherheit hat Barack Obama die Vorwürfe zurückgewiesen und sein Konzept verteidigt. "Anstatt falsche Versprechungen zu machen, dass wir den Terrorismus bekämpfen können, indem wir mehr Bomben abwerfen oder mehr Soldaten stationieren oder uns vom Rest der Welt abschotten, müssen wir der terroristischen Bedrohung auf lange Sicht entgegentreten", sagte Obama auf einem Luftwaffenstützpunkt in Tampa (Florida).

Es müssten "kluge Strategien" verfolgt werden, sagte der scheidende US-Präsident. Die USA sollten internationale Bündnisse schmieden, damit nicht die gesamte Last den amerikanischen Bodentruppen zufalle. "Anstatt Invasionen zu starten, wo auch immer Terroristen auftauchen, müssen wir ein Netzwerk von Partnern aufbauen." Seinen Nachfolger nannte er namentlich nicht in der Rede - der Adressat war dennoch eindeutig.

Im Wahlkampf hatte Trump versprochen, die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat"(IS) mit aller Härte zu bekämpfen und gesagt, die USA müssten "unberechenbar" sein. Während seiner Dankeschön-Tour erklärte er jetzt, das militärische Engagement der USA begrenzen zu wollen. "Dieser zerstörerische Kreislauf von Interventionen und Chaos muss endlich ein Ende haben", sagte der designierte Präsident am Dienstagabend in Fayetteville (North Carolina).

Bei der Großkundgebung sagte Trump, man werde sich nur noch einmischen, wenn es den eigenen nationalen Sicherheitsinteressen diene. Die USA müssten sich auf den Kampf gegen Terroristen konzentrieren und davon ablassen, Regimewechsel in anderen Ländern voranzutreiben.

Obama sieht seinen eigenen Ansatz, im Kampf gegen den IS auf Luftangriffe im Irak und in Syrien zu setzen, als Erfolg: Der IS habe inzwischen mehr als die Hälfte des von ihm kontrollierten Gebietes verloren.

Zugleich warnte der Demokrat vor der Wiedereinführung von Foltermethoden bei Verhören mutmaßlicher Extremisten. "Wir haben Folter überall und zu jeder Zeit verboten, und das schließt Taktiken wie Waterboarding ein", sagte er mit Blick auf das während der Amtszeit von George W. Bush vom Geheimdienst CIA praktizierte simulierte Ertrinken. Trump hatte im Wahlkampf angekündigt, das Waterboarding wieder einzuführen und auch "viel, viel schlimmere" Methoden zu erlauben.

mho/dpa/AFP



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