Anti-Terror-Kampf Pakistan fordert von Obama Ende der Drohnenangriffe

Bei seinem Staatsbesuch in den USA hat der pakistanische Regierungschef Nawaz Sharif ein Ende der Angriffe durch Kampfdrohnen verlangt. Präsident Barack Obama ging auf die Forderung nicht konkret ein.

US-Drohne: Genaue Zahl der getöteten Menschen unklar
REUTERS/ USAF

US-Drohne: Genaue Zahl der getöteten Menschen unklar


Washington - Pakistans Regierungschef Nawaz Sharif hat von US-Präsident Barack Obama bei einem Treffen im Weißen Haus ein Ende der Drohnenangriffe in seinem Land gefordert. Sharif sagte nach einem Treffen am Mittwoch in Washington, dass er das heikle Thema angesprochen habe. Dabei habe er die "Notwendigkeit" herausgestellt, die US-Drohneneinsätze auf pakistanischem Staatsgebiet zu beenden.

Obama kommentierte die umstrittenen Angriffe mit unbemannten Kampfflugzeugen vor Journalisten nicht. In einer gemeinsamen schriftlichen Erklärung hieß es nur, die US-pakistanische Partnerschaft basiere auf "den Prinzipien des Respekts der Souveränität und territorialen Unversehrtheit".

Sharif war am Sonntag in Washington eingetroffen. Die viertägige Visite des im Mai gewählten Regierungschefs ist der hochrangigste Besuch eines pakistanischen Politikers seit Jahren in den USA. Beide Länder bemühen sich derzeit um eine Verbesserung der Beziehungen. Diese hatten stark durch die Drohnenangriffe wie auch den US-Militäreinsatz zur Tötung von Osama bin Laden gelitten.

Die USA setzen Kampfdrohnen vor allem in den pakistanischen Stammesgebieten, aber auch in Afghanistan und im Jemen ein. Ziele sind Islamisten und Anhänger des Terrornetzwerks Al-Qaida. Die genaue Opferzahl ist unklar, Schätzungen zufolge wurden bislang mehrere tausend Menschen getötet. Immer wieder kommen auch Zivilisten bei den Attacken mit den ferngesteuerten Flugzeugen ums Leben.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International warf den USA in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht vor, mit solchen Angriffen mehrfach das Völkerrecht gebrochen und möglicherweise Kriegsverbrechen begangen zu haben. Amnesty-Mitarbeiter hatten 45 Drohnenattacken untersucht, die zwischen Januar 2012 und August 2013 in einer schwer zugänglichen pakistanischen Bergregion geflogen worden waren.

Die US-Regierung verwahrte sich gegen die Kritik und verteidigte die Drohnenangriffe als "präzise, rechtmäßig und wirksam".

lei/AFP



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