Anti-Terror-Krieg US-Regierung öffnet Guantanamo für Uno

Nach fast vierjährigem Drängen der Uno will die US-Regierung erstmals Uno-Beobachtern Zugang zum Gefangenenlager Guantanamo Bay gewähren. Die Zusage ist allerdings mit erheblichen Auflagen verbunden.


Washington - Presseberichten zufolge war noch unklar, ob die Uno-Experten die Einladung annehmen werden, da mit strengen Auflagen bei der Visite durch das zuständige US-Verteidigungsministerium zu rechnen sei. So müssten die Beobachter davon ausgehen, dass ihnen ein direkter Kontakt mit Gefangenen verwehrt werde.

Gefangenenlager Guantanamo: Wunsch nach größtmöglicher Transparenz
AP

Gefangenenlager Guantanamo: Wunsch nach größtmöglicher Transparenz

Bisher hatte das Pentagon als internationaler Organisation nur dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz Zugang zu dem auf einem US-Stützpunkt in Kuba eingerichteten Lager gestattet. Hier werden über 500 überwiegend in Afghanistan festgenommene Menschen teilweise schon seit Jahren als mutmaßliche Terroristen festgehalten, ohne dass ihnen bisher ein Prozess zugestanden wurde. Dutzende der Gefangenen befinden sich im Hungerstreik.

In einer gestern veröffentlichten Pentagon-Mitteilung hieß es, das Ministerium bemühe sich im Rahmen der Sicherheitserfordernisse um größtmögliche Transparenz bei seinen Operationen. Beamte erläuterten ergänzend, die Uno-Experten könnten in Guantanamo Bay "Operationen beobachten" und den leitenden Offizieren und anderen Mitarbeitern auf der Basis Fragen stellen. Tom Malinowski von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch sagte in Washington, es sei unwahrscheinlich, dass sich die UN-Beobachter auf einen derartigen Besuch einlassen würden.



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