Anti-Terrorkampf Drei mutmaßliche Flüssigbomber in England verurteilt

Sie sollen 2006 Anschläge mit Flüssigsprengstoff auf mehrere Linienflüge versucht haben: Drei angeklagte Männer einer Terrorzelle wurden nun in England verurteilt. Ihr Plan konnte damals verhindert werden - doch seither sind Getränke und Shampoos im Handgepäck verboten.


London - Ihre Bomben hatten sie offenbar im Handgepäck an Bord schmuggeln wollen - getarnt als harmlose Getränke, um mehrere Flugzeuge auf dem Weg vom Londoner Flughafen Heathrow nach Nordamerika in die Luft zu sprengen. Ein britisches Gericht hat am Montag drei der acht mutmaßlichen Drahtzieher schuldig gesprochen. Die Mitglieder einer Terrorzelle hatten zugegeben, im Jahr 2006 Anschläge mit Flüssigsprengstoff auf mindestens sieben Linienflüge geplant zu haben.

Ein Strafmaß hat das Gericht noch nicht festgelegt, doch sie wurden von den Geschworenen lediglich eines allgemeinen Mordkomplotts für schuldig befunden. Erst seit der Aufdeckung dieses Plans werden Flüssigkeiten im Handgepäck von Flugreisenden streng kontrolliert.

Das Gericht von Woolwich im Südosten Londons befand den mutmaßlichen Anführer der Gruppe, Abdulla Ahmed Ali, sowie seine Komplizen Assad Sarwar und Tanwir Hussain des Mordkomplotts für schuldig. Für vier weitere mutmaßliche Verschwörer wurde am Montag noch kein Schuldspruch verkündet, ein achter Angeklagter wurde freigesprochen. Das Verfahren gegen die Männer im Alter von 23 bis 29 Jahren hatte im April begonnen. Alle acht Angeklagten sind britische Staatsbürger asiatischer Herkunft.

Die drei am Montag schuldig gesprochenen Angeklagten hatten die Anschlagspläne vor Gericht gestanden. Insgesamt sieben bekannten sich der Störung der öffentlichen Ordnung für schuldig. Dieser Vorwurf geht auf Videobänder mit Anschlagsdrohungen zurück, die in Großbritannien verbreitet wurden. Einer der Angeklagten berief sich in seinem "Märtyrervideo" auf Terroristenführer Osama Bin Laden.

Britische Ermittler hatten das mutmaßliche Terrorkomplott im August 2006 aufgedeckt und damit nach eigenen Angaben einen "Massenmord unvorstellbaren Ausmaßes" verhindert. Als Folge der Terrorpläne waren im November 2006 an Flughäfen in der Europäischen Union schärfere Regelungen für Flüssigkeiten im Handgepäck eingeführt worden. Nach den Sicherheitsregeln dürfen Passagiere nur noch bis zu jeweils 100 Milliliter Flüssigkeit an Bord mitnehmen. Die Behältnisse müssen in einer durchsichtigen Plastiktüte verpackt sein und den Sicherheitsbeamten vorgelegt werden.

fat/AFP/dpa



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