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30. Mai 2019, 14:45 Uhr

Guterres erhält Karlspreis

"Mann mit weitem Horizont"

Für seine "großartige Arbeit als Europäer" an der Spitze der Vereinten Nationen hat Uno-Generalsekretär António Guterres den renommierten Karlspreis erhalten. Die Laudatio hielt Spaniens König Felipe.

Er folgt Persönlichkeiten wie Papst Johannes Paul II. und Kanzler Helmut Kohl: António Guterres ist zum 61. Träger des Aachener Karlspreises ernannt worden. Ausgezeichnet wurde der Uno-Generalsekretär als europäischer Streiter für eine friedliche Zusammenarbeit der Völker. Der Preis würdigt damit auch das Eintreten des früheren Ministerpräsidenten Portugals für europäische Werte wie Pluralismus, Toleranz, Frieden, Freiheit und Demokratie.

Für seine "großartige Arbeit als Europäer" an der Spitze der Vereinten Nationen habe Guterres Respekt und Unterstützung verdient und "für seine Haltung zu den Herausforderungen des Klimaschutzes und des so dringend notwendigen Multilateralismus", sagte der Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp (CDU). Der Karlspreis gehe an einen mutigen Europäer, der sein Leben in den Dienst der Zukunft Europas stellte. Die Verleihung solle auch an die Verantwortung der Europäer in der Welt appellieren, "mit der wir untrennbar verbunden sind".

Um eine wirkliche multilaterale Ordnung in der Welt aufzusetzen, seien unbedingt die "Vereinigten Staaten von Europa" als Säule nötig. Guterres sagte, es sei in Europa jetzt an der Zeit, wieder Vertrauen herzustellen, "Vertrauen zwischen den Menschen und den politischen Institutionen". Ein starkes und geeintes Europa sei nur möglich, wenn es seine Herausforderungen meistere.

Spaniens König Felipe VI. würdigte den 70-jährigen Guterres in seiner Laudatio als einen "Mann mit weitem Horizont". Er investiere seine unglaubliche Energie in jedes Unterfangen, das er sich vornehme.

Prominente Vorgänger

Der Karlspreis gilt als eine der bedeutendsten Auszeichnungen Europas. Er wird seit 1950 an Persönlichkeiten und Institutionen vergeben, die sich in führender Position um die europäische Einigung verdient machen. Im vergangenen Jahr nahm der französische Staatspräsident Emmanuel Macron den Preis in Aachen entgegen.

Zu den prominentesten Preisträgern zählen Spaniens langjähriger König Juan Carlos (1982), der frühere US-Präsident Bill Clinton (2000) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, 2008). Der damalige Kanzler Helmut Kohl (CDU) nahm den Preis 1988 gemeinsam mit Frankreichs früherem Präsidenten François Mitterrand entgegen. 2004 erhielt der damalige Papst Johannes Paul II. einen außerordentlichen Karlspreis, der in Rom verliehen wurde.

asc/dpa/AFP

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