Antwort auf Uno-Resolution Nordkorea setzt auf Abschreckung

Nordkorea hat die Resolution des Uno-Sicherheitsrats zurückgewiesen und mit weiterem Säbelrasseln beantwortet. Das international isolierte Regime setzt auf militärische Abschreckung. Die Uno hatte Pjöngjangs Raketentests verurteilt und eingeschränkte Sanktionen verhängt.


New York - Nordkorea wies die Resolution zurück. Für sein Land gebe es unter dieser Voraussetzung keinen Grund, sein Raketenprogramm einseitig zu stoppen, sagte Nordkoreas Uno-Botschafter Pak Gil Yon nach einer Sitzung des Weltsicherheitsrates in New York vor Journalisten. "Meine Herren, wir nehmen die eben vom Sicherheitsrat verabschiedete Resolution äußerst übel." Das Raketenprogramm diene nur dem Zweck, das strategische Gleichgewicht in Nordostasien aufrechtzuerhalten. Das Außenministerium in Pjöngjang kritisierte die Resolution als "Produkt der feindseligen Politik der USA gegenüber der Volksrepublik". Pjöngjang fühle sich dem Beschluss "nicht im geringsten verpflichtet" und werde seine Abschreckungsprogramm "mit allen Mitteln und Methoden" verstärken, hieß es in einer durch die offizielle Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Erklärung.

Uno-Sicherheitsrat: Moskau und Peking hatten eine gemäßigtere Entscheidung gefordert
AP

Uno-Sicherheitsrat: Moskau und Peking hatten eine gemäßigtere Entscheidung gefordert

In der Entschließung wird die Regierung in Pjöngjang aufgefordert, ihr ballistisches Raketenprogramm auszusetzen. Ferner soll Nordkorea unverzüglich seinen Verzicht auf weitere Raketentests erklären und ohne Vorbedingungen die Sechs-Länder-Gespräche über sein Atomprogramm wiederaufzunehmen. Der Resolution stimmten alle 15 Mitglieder des Sicherheitsrats zu.

Die Resolution verbietet es zudem allen Uno-Mitgliedsstaaten, technische und finanzielle Unterstützung für das nordkoreanische Raketenprogramm zu leisten. Dies schließt ein Embargo für die Lieferung von "Raketen sowie Materialien, Gütern und Technologien in Verbindung mit Raketenbau" nach Nordkorea ein, wie es in dem Text heißt.

Die Resolution kam nach zehntägigen zähen Verhandlungen der Sicherheitsratsmitglieder untereinander zustande. In einem Kompromiss wurden die Differenzen zwischen Japan, den USA und Großbritannien einerseits und Russland und China auf der anderen Seite überbrückt. Die Regierungen in Washington, Tokio und London hatten eine deutliche Verurteilung Nordkoreas gefordert, während Moskau und Peking eine gemäßigtere Entschließung wollten.

Die nordkoreanische Führung hatte am Mittwoch vergangener Woche sieben Raketen getestet, darunter eine Langstreckenrakete vom Typ Taepodong-2, die theoretisch auch die US-Bundesstaaten Alaska und Hawaii erreichen könnte.

har/AP/AFP/rtr/dpa



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