Weltweite Studie Selbstbau-Bomben töten 53.000 Menschen

Die Zahl der Toten durch selbst gebaute Bomben ist dramatisch gestiegen - laut einer britischen Studie um 77 Prozent innerhalb von drei Jahren. Rund die Hälfte der Opfer stammt aus einem einzigen Land.
Autobombenanschlag in Beirut (im Januar 2014): Attentate mit IEDs nehmen zu

Autobombenanschlag in Beirut (im Januar 2014): Attentate mit IEDs nehmen zu

Foto: STR/ AFP

London - Anschläge mit selbst gebauten Bomben haben in den vergangenen drei Jahren weltweit mehr als 53.000 Todesopfer gefordert. Das ist ein Anstieg von 70 Prozent gegenüber dem vorigen dreijährigen Zeitraum. Die Zahl der zivilen Opfer stieg gar um 200 Prozent. Insgesamt sind vier von fünf Todesopfern bei solchen Anschlägen Zivilisten.

Die Zahlen gehen aus einem Bericht der Organisation Action on Armed Violence (AOAV) zu sogenannten IEDs hervor. Dabei handelt es um sich "improvised explosive devices", also selbst gebaute Bomben.

AOAV wird von Regierungen, der Uno und Menschenrechtsorganisationen unterstützt. In ihrer Studie  zählte AOAV solche Anschläge mit IEDs in 66 Ländern und Gebieten. Knapp die Hälfte aller Opfer stammt aus dem Irak. Dort ereigneten sich etwa 70 Prozent aller Autobomben-Explosionen weltweit.

Selbstmordanschläge wurden in 26 Ländern gezählt - ein Drittel der insgesamt 53.000 Todesopfer starb durch solche Anschläge.

Der Bericht vergleich auch die durchschnittlichen Opferzahlen der verschiedenen Anschlagsarten. Demnach fallen einem Attentat mit Autobomben im Durchschnitt 25 Menschen zum Opfer, Sprengfallen am Straßenrand kosteten durchschnittlich vier Menschen das Leben.

AOAV hatte kürzlich auch belegt, wie sich die ohnehin schlechte Sicherheitslage im Irak noch einmal dramatisch verändert hat: Die Zahl der zivilen Opfer durch explosive Waffen stieg allein im Jahr 2013 um 90 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 37.809 Iraker starben demnach im Vorjahr durch solche Anschläge. Diese Zahl veröffentlichte AOAV bereits im April.

fab
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