Arabischer Gipfel Feilen am Friedensangebot

Die Teilnehmer des Arabergipfels in Beirut haben sich auf die Bildung einer Kommission geeinigt. Sie soll eine endgültige Fassung des von Saudi-Arabien vorgeschlagenen Friedensangebotes an Israel formulieren.


Die palästinensische Delegation: Kein Arafat, keine Teilnahme
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Die palästinensische Delegation: Kein Arafat, keine Teilnahme

Jerusalem/Hebron/Beirut - Dieses Prozedere hatte die syrische Delegation unter Leitung von Präsident Baschar al-Assad vorgeschlagen. Der Kommission gehörten Ägypten, Syrien, Libanon, Jordanien, Marokko, Saudi-Arabien und die Palästinenser an, sagte der libanesische Präsident Emile Lahoud.

Der syrische Präsident und der saudische Kronprinz Abdullah hatten sich den Tag über vergeblich bemüht, die palästinensische Gipfel-Delegation zur Rückkehr in den Sitzungssaal zu bewegen. Die Palästinenser entschieden sich jedoch dafür, den Gipfel der Arabischen Liga endgültig verlassen.

Zuvor hatte der libanesische Präsident Lahoud versprochen, die Botschaft von Palästinenserpräsident Jassir Arafat doch noch auszustrahlen. Er entschuldigte sich jedoch nicht bei den Palästinensern, was diese nach Angaben aus Delegationskreisen verlangt haben sollen.

Der Palästinenserpräsident hatte seine Botschaft an die Gipfelteilnehmer am Nachmittag im arabischen TV-Sender al-Dschasira verkündet, nachdem die geplante Live-Schaltung von Ramallah zum Gipfel in Beirut von den Libanesen mehrfach verschoben worden war. Die palästinensische Delegation verließ deswegen den Saal - als Zeichen des Protestes.

Arafat forderte die Mitgliedstaaten der Arabischen Liga in seiner Fernsehrede auf, den saudischen Vorschlag für einen umfassenden Nahost-Frieden zu unterstützen und zu einer "arabischen Initiative für einen Frieden der Mutigen zu machen".

Der Palästinenserpräsident hatte am Dienstagabend seine Teilnahme offiziell abgesagt - aus Angst, die israelische Regierung könne ihn anschließend nicht mehr ins Land lassen. In einer Stellungnahme seines Büros hieß es, Arafat wolle "bei seinem Volk bleiben". Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon hatte zuvor gesagt, die Umstände seien "nicht reif" für eine Reise Arafats nach Beirut.



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