Toter Staatsanwalt in Argentinien DNA-Spuren deuten im Fall Nisman auf Suizid hin

War es Suizid oder Mord? Ein neues Detail im Fall Nisman spricht dafür, dass der argentinische Staatsanwalt den Abzug selbst betätigt hat: An der Tatwaffe fanden sich laut Ermittlungsbehörden ausschließlich DNA-Spuren des Toten.

Yo soy Nisman - "Ich bin Nisman": Der Vater des toten Staatsanwalts protestiert für seinen Sohn
REUTERS

Yo soy Nisman - "Ich bin Nisman": Der Vater des toten Staatsanwalts protestiert für seinen Sohn


Buenos Aires - Knapp zwei Wochen nach dem mysteriösen Tod des argentinischen Staatsanwalts Alberto Nisman verfestigt sich nach Angaben der Ermittler die These eines Suizids. An der neben der Leiche gefundenen Waffe seien einzig DNA-Spuren des Toten selbst festgestellt worden, teilte die mit den Ermittlungen beauftragte Staatsanwältin Viviana Fein am Freitag mit. Fein hatte einen Tag nach Nismans Tod die DNA-Untersuchung angeordnet - auch für das T-Shirt und die Shorts, die er trug.

Nismans Leiche war am 19. Januar in seiner Wohnung in Buenos Aires aufgefunden worden - wenige Stunden vor einer geplanten brisanten Anhörung im Parlament. Dabei wollte der Staatsanwalt Beweise für seinen Vorwurf vorlegen, dass Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner an einer Aufklärung des Anschlags auf die jüdische Wohlfahrtsorganisation Amia im Jahr 1994 nicht interessiert sei. Nisman machte den Iran für den Anschlag verantwortlich und beschuldigte die Regierung, die Aufklärung des Falls zu vereiteln, um das Verhältnis zu Teheran nicht zu belasten. Bei dem Anschlag waren 85 Menschen getötet und 300 weitere verletzt worden.

Viele Argentinier glauben deshalb, die Regierung habe Nisman ermorden lassen, weil sie seinen Parlamentsauftritt fürchtete. Dagegen deuteten nach Angaben der Ermittler bereits erste Autopsie-Ergebnisse auf einen Suizid hin. Nisman war demnach durch einen Kopfschuss aus nächster Nähe gestorben.

Kirchner selbst geht von einem Komplott gegen sie aus. Ihr Umfeld verwies auf ehemalige Geheimdienstmitarbeiter, die sich womöglich für ihre kürzliche Entlassung rächen wollten und Nisman mit falschen Informationen versorgt haben könnten. Kirchner hatte im Dezember die damalige Spitze des Geheimdienstes abgelöst. Das sorgte in Sicherheitskreisen für erhebliche Unruhe.

ric/afp

insgesamt 62 Beiträge
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postorgel 31.01.2015
1. da waren ja wohl Experten am Werk
das deutet eher daraufhin, das Fachleute aus dem Staatsapparat die dna-spuren dort platziert und gefunden haben. es war Mord, sonst nichts!
connaisseur 31.01.2015
2.
das an einem gegenstand, den der besitzer nicht selbst hergestellt hat, keine einzige dns-spur eines anderen lebewesens (z. b. des herstellers/verkäufers des gegenstand) ist, ist eigentlich ein sehr starkes indiz dafür, dass jamend dafür gesorgt hat, dass sich ausschlißelich dns-spuren des opfers darauf befinden. honi soit qui mal y pense...
vogelmann01 31.01.2015
3. Für den Geheimdienst eine Leichtigkeit!
SPON, wie Naiv seit Ihr eigentlich!? Wer soll diesen angeblich offiziellen Bericht glauben schenken? Fingerabdrücke sowie DNA Beweise sind für Geheimdienste das A und O!!! Man schaue sich den Weg des Geldes an und wem das alles nützlich ist. Dann wird man der Wahrheit viel näher kommen, als es dieser Bericht tut.
torstenschäfer 31.01.2015
4. DNA-Spuren
Das dürfte für gewiefte Killer eine der leichtesten Übungen sein, DNA-Spuren einerseits erst gar nicht zu verursachen und zweitens eine Finte mit anderen DNA-Spuren nebst Schmauchspuren zu legen.
Jo Ghurt 31.01.2015
5. Ach so
Es findet sich nur seine eigene DNA an der Waffe und der Kopfschuss wurde aus nächster Nähe abgefeuert - na klar, damit kann es nur Suizid gewesen sein. In Argentinien ist es Mördern nämlich gesetzlich verboten, bei der Tat Handschuhe zu tragen und Schüsse aus nächster Nähe abzufeuern. Wer soll diesen Unsinn eigentlich glauben? Wo bleibt hier die fundierte Recherche? Manchmal ist es nicht zu fassen, was man hier liest.
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